Blumen für Selbstpflücker: Neues Blumenfeld wächst an Gahmener Straße

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Mit Sonnenblumen den Sommer in die Vase holen: Das können die Lüner direkt vom Feld. An der Gahmener Straße sprießt „Ferdinands Blumenparadies“. Selbstpflücker finden dort sogar Werkzeug.

Lünen

, 31.07.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeden Tag schaut Ferdinand Schulze Froning nach, wie seine Dahlien, Gladiolen und Sonnenblumen an der Gahmener Straße gedeihen. Es ist ein neues Feld, das der Agrarbetriebswirt aus Werne angelegt hat. Mit seiner Idee, Blumensträuße ganz nach eigenem Geschmack für Selbstpflücker anzubieten, ist er bereits an sieben Standorten in Hamm, Bergkamen, Kamen und Werne präsent. Nach ersten Versuchen hat er gemerkt, dass die Nachfrage größer ist als vermutet. Daher gedeiht seine Idee jetzt auch in Lünen.

Auch Sonnenblumen kann man jetzt an der Gahmener Straße pflücken.

Auch Sonnenblumen kann man jetzt an der Gahmener Straße pflücken. © Günter Blaszczyk

Der 29-Jährige profitiert vom Trend zum Regionalen. Den gibt es schon bei Lebensmitteln, aber wohl auch bei Blumen. Sich die schönsten auszusuchen, farblich zu kombinieren und dann auch noch selbst zu pflücken, das lockt ins Blumenparadies. Das hat im Gegensatz zum Laden 24 Stunden geöffnet.

Die Sonnenblumen stehen in voller Blüte, die knospigen Gladiolen und Dahlien entfalten in den nächsten Tagen ihre Pracht. Die Pflanzen sind zu unterschiedlichen Zeiten gesät oder gesetzt, damit sich die Blüte bis in der Herbst hineinzieht.

Bezahlen ist Vertrauenssache

Pro Stiel nimmt der Landwirt 80 Cent für Sonnenblumen und Gladiolen, Dahlien gibt es für 40 Cent. Wobei das Bezahlen Vertrauenssache ist. Die Kasse hat Ferdinand Schulze Froning zwar schwer verankert, in einem Betonklotz, der nicht so einfach zu transportieren ist.

Tipps und Preise sind auf Tafeln angebracht.

Tipps und Preise sind auf Tafeln angebracht. © Quiring-Lategahn

Doch ob auch jeder für seine Blüten ehrlich bezahlt, lasse sich im Einzelnen nicht nachhalten, weiß Schulze Froning. Trotzdem ist er mit der Zahlungsmoral der Blumenfreunde im Großen und Ganzen zufrieden. Damit die Kunden die Blüten nicht einfach abrupfen, hängen an der Kasse kleine Leih-Messer. „Ab und zu muss ich die mal nachlegen“, sagt der 29-Jährige.

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Bei den Sonnenblumen hat Schulze Froning eine Floristik-Züchtung gewählt, die nicht „pudert“, wie er sagt. Sie lässt also keinen Blütenstaub auf die Tischdecke rieseln. Damit sich die Blüten bis zu zwei Wochen in der Vase halten, sind auf Schildern Pflegetipps nachzulesen: Bei Sonnenblumen einen Tropfen Pril ins Wasser, Gladiolen sollten ganz unten am Stiel abgeschnitten werden, und bei Dahlien erfahren die Selbstpflücker, dass Knospen sich nicht mehr in der Vase öffnen.

Tulpen und Pfingstrosen geplant

Früher hat Carl Schulz-Gahmen auf dem halben Hektar an der Gahmener Straße Getreide angebaut. Als Ferdinand Schulze Froning mit der Idee von Blumen auf ihn zukam, war er angetan: „Warum soll man sich dem in den Weg stellen?“

Ferdinands Blumenparadies soll auf der Pachtfläche weiter wachsen. Künftig werden dort auch Tulpen und Pfingstrosen blühen. Schulze Froning sucht weiter nach neuen Standorten. Richtung Brambauer kann er sich ein weiteres Feld vorstellen.

Leih-Messer hängen vor Ort aus, damit die Blumen fachgerecht abgeschnitten werden können.

Leih-Messer hängen vor Ort aus, damit die Blumen fachgerecht abgeschnitten werden können. © Quiring-Lategahn

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