Bissverletzungen gibt es „fast jede Woche" - Terrier Steini ist kein Einzelfall

dzBeißvorfall

Steini ist gerettet, dank einer stundenlangen Operation von Tierarzt Dr. Wolf. Doch wie oft bekommen Tierärzte solche Fälle eigentlich auf den Tisch? Und wer bezahlt das?

Schwerte

, 20.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Steini lebt. In einer dreistündigen Operation hat der Schwerter Tierarzt Dr. Stefan Wolf den kleinen Terrier gerettet. Der Hund war in Fröndenberg von drei großen Cane Corso Hunden angegriffen worden. Die Folge: Kehlkopf zerbissen, Kopf offen, die Haut teilweise abgezogen.

Für die drei Cane Corso Hunde sei der kleine Hund Beute gewesen, wie ein Kaninchen, erklärt Stefan Wolf. „Das ist dann ein Rudelverhalten, bei dem sich die Hunde gegenseitig aufstacheln. Deshalb sollte man solche Situationen von Anfang an gar nicht erst entstehen lassen", so Dr. Wolf.

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Wie oft passiert es eigentlich, dass ein Hund einen anderen beißt? Wie oft gibt es also solche "Beißvorfälle"? „Solche Vorfälle gibt es sehr oft. Jetzt nicht so schlimm wie bei Steini", erklärt Stefan Wolf. Leichte Bissverletzungen habe er jedoch fast jede Woche in der Praxis, schwerere alle zwei bis drei Wochen. „Ganz schwere Fälle, wie jetzt bei Steini, haben wir alle paar Monate."

Auch Tierärztin Christina Nöske hat öfter Hunde mit Bissverletzungen auf dem Tisch. „Das ist gar nicht mal so selten. Zwar nicht immer dramatisch, aber es kommt schon öfter vor."

Wer übernimmt bei Beißvorfällen die Kosten?

„Bei dem Beißvorfall mit Steini sind immense Kosten entstanden", so Tierarzt Stefan Wolf. Aber wer kommt dafür auf?

Im Prinzip der, dessen Hund den Schaden verursacht hat, so ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Im Zweifel muss es gerichtlich geklärt werden. Um solche Schäden abzusichern, können Hundehalter eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abschließen.

"Besonders schlimm, wenn nichts dagegen getan wird"

Ein Problem dabei: Nicht immer seien die Hundehalter einsichtig, so Tierärztin Christina Nöske: „Besonders schlimm sind Beißvorfälle, wenn es bekannte Verdächtige sind, wo solche Zwischenfälle öfter passieren und nichts dagegen getan wird. Oder wenn die Leute sich nicht um die Beißerei kümmern und einfach weitergehen."

Ein anderes Problem sei die Ehrlichkeit. „Eigentlich sollte jeder Hundehalter eine Hundehalterhaftpflichtversicherung haben", so Nöske. „Aber es gibt Leute, die geben bei einem Zwischenfall dann falsche Daten an. Und dann bleibt der geschädigte Hundehalter auf seinen Kosten sitzen."

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