Bischof Felix Genn: Seelsorger drehen jetzt keine Däumchen

dzVideo-Interview

Wegen der Corona-Krise gibt es keine öffentlichen Gottesdienste zu Ostern. Was das für die Kirchen und deren Seelsorger bedeutet, erläutert Münsters Bischof Felix Genn im Skype-Interview.

Dortmund

, 09.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Interview per Skype, das sei auch für ihn eine Premiere, versicherte Felix Genn, Bischof von Münster, im Gespräch mit unserer Redaktion. So oft es auch Kritik an den neuen Medien gebe, so seien sie doch jetzt auch ein Segen, nicht nur bei diesem Interview, sondern auch etwa bei der Übertragung von Gottesdiensten aus dem Dom.

Wenn die Gottesdienste, die er in kleinstem Kreis von maximal 15, 20 Menschen im Dom feiere, über das Internet übertragen würden, könne er oft mehr Menschen ansprechen als vor Ort im Dom Platz hätten. Das sei auch eine große Chance, Menschen zu erreichen.

Trotzdem sei auch seine Osterfreude sehr getrübt: „Das schmerzt schon“, sagte Genn. Die Stimmung spiegele eher den Karfreitag als das Alleluja der Osternacht wider.

Es sei aber seine Aufgabe als Bischof und die aller Seelsorger, gerade jetzt für die Menschen da zu sein: „Die Kirchentüren sind offen. Die Seelsorger sind, wenn nicht immer vor Ort, dann doch über Telefon und per Mail erreichbar“, ermunterte Genn die Gläubigen, den Kontakt auch von sich aus zu suchen.

Im Übrigen sei er überrascht worden, wie kreativ viele Gemeinden mit der Situation umgingen – etwa, indem sie auch vor Ort Gottesdienste über das Internet übertragen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Coronavirus in NRW – Ende der Geisterspiele in der Bundesliga nimmt Fahrt auf – Liveblog