Bielefeld vor Bundesliga-Rückkehr - Neuhaus: „Druck ist da“

Noch zwei Siege und Arminia Bielefeld ist zurück in der Fußball-Bundesliga. Im Optimalfall ist der Aufstieg schon am Samstag perfekt. Doch zunächst steht das Spiel in Sandhausen an.

10.06.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn alles gut läuft für Arminia Bielefeld, dann kann der souveräne Zweitliga-Tabellenführer am Samstag um kurz vor 15.00 Uhr den achten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga feiern. „Ein bisschen rechnen kann ich auch. Aber der Fokus liegt jetzt erstmal auf Sandhausen“, warnte Trainer Uwe Neuhaus am Mittwoch. Schließlich sei Sandhausen ein unangenehmer Gegner, der zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen holte. Mit den Feierlichkeiten möchte sich der Arminia-Coach aber noch nicht beschäftigen. „Wie und wo wir feiern, da habe ich keine Ahnung. Das ist mir im Moment auch egal“.

Im Auswärtsspiel am Freitagabend (18.30 Uhr) hat Neuhaus sein gefürchtetes und zuletzt angeschlagenes Offensivduo Fabian Klos und Andreas Voglsammer dabei. Dazu kehrt Manuel Prietl nach Gelbsperre zurück ins Team. Fehlen wird weiterhin Joan Simun Edmundsson, der nach Einschätzung seines Trainers in dieser Saison wohl nicht mehr zum Einsatz kommt.

Wirklich Zweifel an die Rückkehr in die Bundesliga nach elf Jahren hat Bielefelds Coach nicht. „Ich glaube, die Mannschaft ist davon überzeugt, dass sie es schafft. Die Frage ist wann. Wir wollen es versuchen, so schnell wie möglich zu schaffen“, sagte Neuhaus dem TV-Sender Sky. Doch je näher die Entscheidung rückt, desto mehr spiele auch der Kopf mit. „Der Druck ist schon da“, sagte der 60-Jährige, der als Cheftrainer vor seinem ersten Bundesligaaufstieg steht.

Für die vorzeitige Rückkehr in die Bundesliga nach elf Jahren müssten allerdings einige Dinge zusammenkommen: Die seit elf Spielen unbesiegten Ostwestfalen (57 Punkte) benötigen in Sandhausen am Freitagabend einen Sieg, gleichzeitig muss der Tabellendritte Hamburger SV (50) sein Spiel bei Dynamo Dresden verlieren. Der 1. FC Heidenheim (48) könnte als Tabellenvierter nur noch mit einem Sieg am Samstag gegen Jahn Regensburg (13.00 Uhr) mit den Bielefeldern am Saisonende gleichziehen, hat aber das mit Abstand schlechtere Torverhältnis. Zwei Siege aus den restlichen fünf Spielen reichen den Ostwestfalen sicher zum Aufstieg.

Der bislang letzte Trainer, der die Bielefelder 2004 in die Bundesliga geführt hat, war Uwe Rapolder. Der 62-Jährige traut dem aktuellen Team durchaus zu, dass es sich in der Bundesliga etablieren kann. „Wenn ich mir Freiburg, Mainz, Augsburg angucke - die sind doch nicht besser als Bielefeld. Ich glaube, Arminia kann sich wieder drei, vier Jahre in der ersten Liga halten“, sagte Rapolder dem „Westfalen-Blatt“. Zudem sei Neuhaus genau der richtige Coach. „Er strahlt Ruhe und Souveränität aus. Das ist umso wichtiger, weil die Trainerposition im heutigen Fußball eindeutig an Wichtigkeit verloren hat.“

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