Betrugsprozess: 1,7 Millionen von Krankenkassen ergaunert

Mit Scheinverordnungen und nicht abrechnungsfähigen Rezepten sollen zwei Männer die gesetzlichen Krankenkassen um rund 1,7 Millionen Euro betrogen haben. Am Mittwoch begann vor dem Kölner Landgericht gegen sie der Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs in rund 1000 Fällen. Angeklagt sind ein 47 Jahre alter Apotheker und ein 45-jähriger Mediziner, der im mutmaßlichen Tatzeitraum zwischen 2007 und 2011 ohne Berufsabschluss und Approbation in einer Arztpraxis in Brühl bei Köln gearbeitet haben soll. Der Inhaber der Praxis war von der Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen der Vorwürfe angeklagt, ist nach Gerichtsangaben aber mittlerweile gestorben.

24.06.2020, 13:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ferner wirft die Staatsanwaltschaft dem 45-Jährigen vor, in einem großen Kölner Bordell ein Arztzimmer unterhalten zu haben. Dort soll er Prostituierte auf Geschlechtskrankheiten untersucht und dabei Abstriche und Blutproben genommen haben. Der Mann ist zudem wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er soll im Februar 2010, damals noch ohne Ausbildung und Approbation, einer Patientin zwei angebliche „Fettweg-Spritzen unbekannten Inhalts“ gespritzt haben. Das habe zu einer „massiven Sepsis“ und anschließenden „massiven Entstellungen“ bei der Frau geführt.

Der 45-Jährige ist nach erfolgreicher Beendigung eines Medizinstudiums mittlerweile an einem Krankenhaus in Salzburg tätig. Am ersten Verhandlungstag kündigten beide Angeklagte Teilgeständnisse an. Der Prozess ist mit 23 Verhandlungstagen bis Ende September terminiert.

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