Beitrag zur Krankenversicherung soll trotz der schweren Wirtschaftskrise steigen

Krankenkasse

Die Corona-Krise reißt bei den Krankenkassen riesige Löcher. Im kommenden Jahr liegt das Defizit bei rund 16 Milliarden Euro. Nun gibt es eine Einigung, wie der Fehlbetrag gedeckt werden soll.

von Tim Szent-Ivanyi

, 15.09.2020, 17:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Beitrag zur Krankenversicherung soll steigen.

Der Beitrag zur Krankenversicherung soll steigen. © picture alliance / dpa

Die Krankenkassenbeiträge sollen trotz der schweren Wirtschaftskrise durch die Corona-Pandemie im kommenden Jahr steigen. Geplant ist eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags der Kassen um 0,2 Punkte auf dann 1,3 Prozent, wie aus einem “Maßnahmenpaket” des Bundesgesundheitsministeriums und des Finanzministeriums hervorgeht, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Erwartetes Defizit der Kassen: rund 16 Milliarden Euro

Die Anhebung des Zusatzbeitrags, die drei Milliarden Euro einbringt, soll dazu beitragen, das im kommenden Jahr erwartete Defizit der Kassen in Höhe von 16 Milliarden Euro zu decken. Um dieses Ziel zu erreichen, soll außerdem der Bundeszuschuss für den Gesundheitsfonds einmalig um fünf auf dann 19,5 Milliarden Euro angehoben werden. Darüber hinaus sollen Krankenkassen mit hohen Rücklagen gezwungen werden, insgesamt acht Milliarden Euro in den Gesundheitsfonds zu überweisen. Das Geld steht dann allen Kassen zur Verfügung.

“Dieses Maßnahmenpaket stellt sicher, dass die von den Regierungsparteien beschlossene “Sozialgarantie 2021” eingehalten werden kann”, argumentieren das Finanz- und das Gesundheitsministerium. Sie verweisen darauf, dass die im Rahmen des Konjunkturpaketes zugesagte Sozialgarantie eine Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge bei “maximal 40 Prozent” vorsehe. Trotz der Anhebung des Zusatzbeitrags um 0,2 Prozent “bleibt der Gesamtsozialversicherungsbeitrag im Jahr 2021 mit 39,95 Prozent unterhalb der 40 Prozent-Marke”, heißt es in dem abgestimmten Konzept.

RND

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