Bauhof spart viel Arbeit durch innovatives Bewässerungs-System

dzBäume in Werne

Die grünen Planen am Stamm von 35 Bäumen in Werne sind nicht, wie manche meinen könnten, Schutzfolien gegen Pinkel-Attacken von Hunden. Sie erfüllen einen anderen Zweck - höchst erfolgreich.

Werne

, 23.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit April 2020 sind etliche Bäume im Werner Stadtgebiet am Stamm mit grünen Planen eingehüllt. Kurz nach der Anbringung mutmaßte der ein oder andere Passant, es könnte sich um ein Schutzsystem gegen das Beinheben der Hunde handeln. Doch weit gefehlt - die Planen dienen einem anderen Zweck. Und das so erfolgreich, dass neue hinzukommen.

Genau genommen sind es keine Planen, sondern befüllbare Wassersäcke. Sie sollen eine kontinuierliche Bewässerung von Straßenbäumen gewährleisten und die Mitarbeiter des Bauhofes entlasten. Dieses Ziel haben die Wasserspender so gut erreicht, dass „wir jetzt weitere 35 Säcke bestellt haben“, sagt Detlef Bruns, Leiter des Bauhofes der Stadt Werne.

Statt fünf nur noch zwei Mal anfahren

Bruns macht ein Rechenbeispiel auf. In Hitzeperioden müssen die Bauhof-Mitarbeiter bei manchen Bäumen fünf Mal die Woche herausfahren und gießen, um sie vor dem Austrocknen zu bewahren. „Dieser Aufwand reduziert sich durch die Wassersäcke auf zwei Mal pro Woche“, sagt Bruns. Montags und freitags auffüllen - dann kommen die Gewächse gut auch durch die heißeste Woche.

Das Prinzip ist einfach. Die Wassersäcke sind wie eine Manschette um den Baumstamm gelegt. Die in Werne eingesetzten Exemplare der Marke Treeagator aus den USA fassen rund 55 Liter Wasser. Das Wasser tritt nach und nach aus und versickert direkt im Wurzelbereich der Bäume. Die kontinuierliche Wässerung funktioniert und „erspart uns viel Arbeit“, sagt Bruns.

Rund 55 Liter Wasser fassen die Säcke. In Hitzeperioden reicht es, sie zwei Mal die Woche aufzufüllen.

Rund 55 Liter Wasser fassen die Säcke. In Hitzeperioden reicht es, sie zwei Mal die Woche aufzufüllen. © Jörg Heckenkamp

Nach mehreren heißen Sommern war der Bauhof im Jahre 2019 auf diese innovative Art der Bewässerung gestoßen. Ein erster Probelauf an Bäumen an der Saline verlief erfolgversprechend. Daraufhin hat der Bauhof im Winter 35 Exemplare bestellt und Mitte April an verschiedenen Bäumen in der Innenstadt angebracht. Unter anderem an den sieben jungen Gewächsen auf dem Marktplatz.

Wassersäcke machen nur bei Solo-Bäumen Sinn

Allerdings machten die Wassersäcke nur bei bestimmten Bäumen, etwa in der Fußgängerzone oder an einzelnen Standorten in Wohngebieten, Sinn. „Im Bürgerwald zum Beispiel würden wir die Wassersäcke nicht einsetzen, da käme man zu schlecht zum Nachfüllen heran“, sagt Bruns.

Die Sommer bei uns werden trockener, das System der Wassersäcke findet daher mehr und mehr Verbreitung. Detlef Bruns habe beobachtet, dass nicht nur Privatleute in Werne das System verwenden. Sondern beispielsweise auch der Kreis Unna setze diese Wassersäcke zur Bewässerung seiner Bäume ein.

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