Bankkonten geplündert: 68-Jähriger gesteht vor Gericht

Ein 68-jähriger Berliner soll mit gefälschten Personalausweisen in mehreren Städten fremde Bankkonten geplündert und so 222 000 Euro ergaunert haben. Vor dem Landgericht der Hauptstadt legte er ein Geständnis ab. An den sieben angeklagten Fällen habe er sich beteiligt, weil ihn sein Sohn darum gebeten habe, erklärte der zuletzt als Taxifahrer tätige Mann am Donnerstag zu Prozessbeginn. „Er sagte, dass er Schulden habe und bedroht werde.“

11.06.2020, 15:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schilder an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit weisen die Staatsanwaltschaft Berlin und das Landgericht Berlin aus. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Archivbild

Schilder an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit weisen die Staatsanwaltschaft Berlin und das Landgericht Berlin aus. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Archivbild

Dem Mann werden Taten zwischen Januar bis April 2019 zur Last gelegt. Er habe sich die Personal- und Bankkontendaten verschiedener älterer Männer verschafft, um falsche Ausweise herstellen zu lassen, so die Anklage. „Er beabsichtigte, bei verschiedenen, zuvor sehr sorgfältig ausgesuchten Filialen von Bankinstituten außerhalb von Berlin unter Verwendung dieser Aliaspersonalien aufzutreten und erhebliche Geldbeträge in bar ausgezahlt zu erhalten.“ Er sei unter anderem in Bautzen (Sachsen), Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg), Trier (Rheinland-Pfalz) sowie in Düsseldorf betrügerisch aufgetreten.

Der Angeklagte erklärte, sein Sohn habe ihm Anweisungen gegeben. „Auf der Fahrt zu Banken saß ich hinten im Auto, übte die Unterschrift.“ Sie seien stets zu dritt im Auto gewesen. „Zwei Drittel des Geldes blieben jeweils bei dem Fahrer, den ich nie kannte.“ Das restliche Geld habe er bis auf eine geringe „Aufwandsentschädigung“ dem Sohn geben. „Wer die Ausweise herstellte, kann ich nicht sagen“, so der Angeklagte. „Ich wollte meinem Sohn helfen. Meine Frau weiß bis heute nicht, was ich gemacht habe.“

Der Sohn ist mehrfach vorbestraft, hieß es am Rande. Der 38-Jährige sei zuletzt im November 2019 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Dabei sei es um ähnliche Taten wie im jetzigen Prozess gegangen. Die Verhandlung gegen den Vater wird am 15. Juni fortgesetzt.

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