Balsters Blumenwiese: Landwirt aus Selm rechnet in diesem Jahr mit weniger Patenschaften

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Im Jahr 2019 fand der Selmer Landwirt Patrick Balster 160 Paten für seine Blumenwiese - für den Nahrungsschutz für Insekten und Vögel. In diesem Jahr drohen viele Patenschaften wegzubrechen.

Selm

, 29.03.2020, 10:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Demnächst soll es wieder schön bunt werden auf dem Acker vor dem Hof Balster. Landwirt Patrick Balster hat am Samstag (21.3.) schon die Flächen gegrubbert, auf denen demnächst wieder viele verschiedene Blumenarten blühen sollen. Ab Mitte April will er dann damit beginnen, den Blumensamen zu säen - sobald es keinen Bodenfrost mehr gibt. Dabei setzt er, wie auch schon im vergangenen Jahr, auf die Unterstützung aus der Selmer Bevölkerung - und auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Im Jahr 2019 hatte Patrick Balster erstmals das Projekt „Balsters Blumenwiese - Rettet die Bienen“ gestartet. Für 50 Euro pro Jahr kann jeder der möchte 100 Quadratmeter Blumenwiese finanzieren. 160 Patenschaften kamen so im vergangenen Jahr zustande. Das entspricht einem „Insektenbuffet“ in Form einer Blumenwiese mit einer Größe von 1,6 Hektar.

Kampf gegen das Insektensterben: „Heute leider ein Randthema“

„Das hat letztes Jahr wirklich super geklappt. Da stand der Kampf gegen das Insektensterben weit oben auf der Agenda. Heute ist es jedoch leider eher ein Randthema“, sagt Patrick Balster. Er habe große Sorgen wegen der aktuellen Corona-Krise - auch, weil die vieles andere in den Hintergrund treten lasse.

Im vergangenen Jahr blühten auf Patrick Balsters Feld auf einer Fläche von 1,6 Hektar verschiedene Blumen.

Im vergangenen Jahr blühten auf Patrick Balsters Feld auf einer Fläche von 1,6 Hektar verschiedene Blumen. © Martina Niehaus (A)

Denn viele Einnahmen aus den Patenschaften des vergangenen Jahres fielen in diesem Jahr weg. „Viele Firmen hatten 2019 Patenschaften übernommen, die uns in diesem Jahr leider wegbrechen. 2019 waren allein zwei Personen mit 40 Patenschaften dabei, die in diesem Jahr nicht wieder mitmachen. Ich befürchte, dass es insgesamt wesentlich weniger Patenschaften werden.“

Weniger Patenschaften als 2019

Verzweifelt ist Balster aber noch lange nicht. „Bisher habe ich die Hälfte an Patenschaften im Vergleich zum letzten Jahr zusammen, was immer noch in Ordnung ist. Und ein paar werden sicherlich noch dazukommen.“

Normalerweise hätte Balster auf der für die Blumenwiese vorgesehenen Fläche Mais angebaut. In diesem Jahr wachsen auf seinem Feld im Buxfort in Selm aber wieder Blumen. „Das machen wir, damit Insekten und Vögel Nahrung und Schutz haben. Die Insekten legen ihre Eier in die Blumenstängel und haben so eine geeignete Fläche, um sich zu vermehren“, erklärt Balster.

Viel Lebensraum für Insekten ist weggebrochen

Den Tieren sei laut Balster in den vergangenen Jahren viel Lebensraum weggebrochen - aus verschiedenen Gründen: „Zum einen durch die Trockenheit, aber auch durch viele Vorgärten der Menschen, die inzwischen auf Steinbeete setzen. Da ist es für die Insekten schwierig, Nahrung zu finden.“

Mit seiner Aktion will Balster den Menschen die Möglichkeit geben, etwas für die Natur zu machen, die ohne einen eigenen Garten wenig bis keine Möglichkeiten dazu haben.

Feldlerche bekommt Platz zum Landen

Was neu ist in diesem Jahr: Balster will ein paar Flächen innerhalb seiner Blumenwiese unbewachsen lassen, „damit zum Beispiel die gefährdete Feldlerche genügend Platz zum Landen hat und an diesen Flächen Futter findet.“ Die Feldlerche ist vom Naturschutzbund (Nabu) im vergangenen Jahr zum Vogel des Jahres gekürt worden.

Wenn Mitte April die ersten Blumensamen gesät werden, ist die Aktion aber noch nicht beendet. Mit etwas Abstand plant Balster dann eine zweite Saat-Mischung zu säen, „um die Vielfalt zu erweitern“. Insgesamt sollen am Ende etwa 13 verschiedene Blumenarten auf seinem Acker blühen.

Alle Paten werden auf einem Plakat genannt

Wie im vergangenen Jahr handelt es sich bei der Saat um einjährige Blumenarten - also um Blumen, die nur eine Saison blühen. Langfristige Planung sei schwierig. „Man kann schlecht vorhersagen, welche Art sich durchsetzen wird“, so Balster.

Sobald die Aktion mit den Patenschaften abgeschlossen ist, will er alle Paten, die es wollen, auf einem Plakat nennen. Dieses Plakat soll dann neben der Blumenwiese stehen.

Patenschaft für Balsters Blumenwiese:

  • Die Blumenwiese entsteht auf dem Acker neben dem Hof der Familie Balster im Buxfort 8 in Selm.
  • Interessierte für eine Patenschaft können Kontakt zum Landwirt aufnehmen unter der E-Mail Adresse rettet-die-bienen@outlook.de, auf Facebook unter „Balsters Blumenwiese“ und unter Tel. (02592) 9199300.
  • Wie im vergangenen Jahr kann man die Patenschaft für 50 Euro für 100 Quadratmeter Ackerland erwerben.
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