Trübung und Badeverbot im Ternscher See: Wie ist es dazu gekommen?

dzBadeverbot

Gerade bei dem für die nächsten Tage angekündigten heißen Wetter ist das Badeverbot im Ternscher See bitter. Möglicherweise hängt die Trübung aber genau damit zusammen.

Selm

, 06.08.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ternscher See ist trüb - zumindest so trüb, dass dort im Moment das Schwimmen verboten ist. Weil dort am Montag die Sichttiefe knapp unter einem Meter lag, hat das Seebad Ternsche ein Badeverbot verhängt - es gilt mindestens noch bis Freitag, wie Betriebsleiter Philip Grasekamp am Dienstag gegenüber der Redaktion erklärt hatte.

Wie lange das Baden im See noch verboten sein wird, hängt vor allem von den Ursachen der Trübung ab: Wasserproben waren am Dienstag von einem Fachinstitut entnommen worden.

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Zum Wochenende wird mit dem Ergebnissen der Proben gerechnet. Vermutlich hat die Trübung aber mit dem warmen Wetter zu tun. „Ein erhöhtes Algenwachstum wird in hohem Maße von den Außentemperaturen, Niederschlagsmengen und dem Nährstoffangebot im See beeinflusst“, erklärt Manfred Günther aus dem Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz vom Kreis Unna, der auch für die Badeseen im Kreis Unna zuständig ist.

Rettungsmaßnahmen bei geringer Sichttiefe erschwert

Das Seebad Ternsche hatte das Kreisgesundheitsamt am Montag über die geringe Sichttiefe informiert - und gleich auch mitgeteilt, dass es sich zum Verhängen des Badeverbots entschlossen habe. Eine Entscheidung, die das Amt gut heißt, „da bei zu geringen Sichttiefen Rettungsmaßnahmen erheblich erschwert werden können.“

Grundsätzlich können Trübungen durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden, erklärt er weiter: zum Bespiel durch ein starkes Algenwachstum. Das sei die häufigste Ursache für Trübungen in Oberflächengewässern. Eine Ursache könnten aber auch kleine, feste Partikel sein, die ins Wasser gelangen - „zum Bespiel bei Trübstoffaufwirbelungen durch Badende oder auch Bauarbeiten oder Bodenerosionen“, so Manfred Günther.

Um die konkreten Ursachen für den Ternscher See zu klären, seien aber zwingend erst die Ergebnisse der Proben notwendig. Erst auf Basis dieser kläre sich dann, was gegen die Trübung unternommen werden kann.

Proben aus 2020 waren bisher unauffällig

Die Frage, die sich gerade angesichts des gerade ausgebrochenen Hochsommers viele Selmer stellen, ist aber natürlich: Wann kann man im Ternscher See wieder baden? Auch das Kreisgesundheitsamt möchte dazu keine eindeutige Aussage treffen, bevor die Wasserproben nicht zurück sind. Mehrere Tage, so Manfred Günther, könne die Trübung andauern. Der See könne „aber auch sehr schnell wieder eine ausreichende Sichttiefe durch einen Wetter-/Temperaturwechsel erreichen“.

Es heißt also weiter: abwarten. Die Wasserqualität, das betont Seebad-Betriebsleiter Grasekamp, sei im Ternscher See in den vergangenen Jahren immer sehr gut gewesen. Das bestätigt auch das Kreisgesundheitsamt. Proben aus dem Jahr 2020 seien auch alle unauffällig gewesen.

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