B236-Ausbau: Fahren wir bald mit Tempo 30 durch Schwerte? Stadt lässt Tempolimit prüfen

dzB236 bis Ostentor

Wenn die B236 ausgebaut ist, kann man flink durch die Stadt fahren. Vielleicht aber nur mit Tempo 30. Das will die Stadt jedenfalls prüfen lassen. Gründe gibt es dafür wie dagegen.

Schwerte

, 09.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zur Autobahn wird die B236 vierspurig ausgebaut. Im Bereich danach soll es künftig drei Spuren und teilweise auch lange Abbiegespuren geben. Damit glauben die Planer den Dauerstau aufzuheben. Das müsste doch bedeuten, dass man künftig zügig durch Schwerte fahren kann.

Eigentlich – denn die Stadt fordert in ihrem umfangreichen Katalog mit Einwendungen zur Planung zu überprüfen, ob Tempo 30 in der kompletten Stadtdurchfahrt machbar wäre. Schließlich handele es sich um einen stadtverträglichen Umbau, so die Stadtverwaltung in der Begründung. Und dazu gehöre eine Reduzierung der Umweltauswirkungen.

Landesbetrieb sagt: Zuständigkeit liegt bei der Stadt

Es gebe weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Brems- und Beschleunigungsvorgänge, wenn man auf der neuen Bundesstraße nur noch Tempo 30 erlaube, so die Stadt. Zudem könne man so die Ampelanlagen besser koordinieren.

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Der Landesbetrieb Straßen.NRW an den man die Forderung gestellt hatte, fühlt sich allerdings nicht zuständig: „Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung ist eine verkehrliche Maßnahme, die nicht in die Zuständigkeit der Straßenbauverwaltung fällt, sondern von der Straßenverkehrsbehörde angeordnet wird“, heißt es in der Antwort auf die Einwendung.

Und damit liegt der Prüfauftrag wieder im Rathaus denn: „Die zuständige Straßenverkehrsbehörde ist die Stadt“, bestätigte Stadtsprecher Ingo Rous am Montag auf Anfrage. Demnach kann die Stadt auf der neuen B236 selbst Tempo 30 anordnen.

Stadt betont: Es handelt sich nur um einen Prüfauftrag

Ob man das denn wirklich will? Da war man gestern schon etwas vorsichtiger mit der Antwort. „Es handelt sich lediglich um einen Prüfauftrag“, betonte Stadtsprecher Rous.

Die Einwendungen zum Ausbau der Bundesstraße von der Autobahn bis zur Ruhrbrücke wurden von den Experten der Stadtverwaltung vorbereitet und anschließend von den Kommunalpolitikern diskutiert, ergänzt und so beschlossen. Allerdings fielen nur sehr wenige Anregungen der Stadt auf fruchtbaren Boden beim zuständigen Landesbetrieb.

Verbesserung der Radwege ist strittig

Vor allem eine Verbesserung der Radwege wurde in großen Teilen abgelehnt.

Auch da, wo die geplanten Radwege nicht den gesetzlichen Mindestmaßen entsprächen (laut Stadt), verwies der Landesbetrieb auf die enge Straßenschlucht und die festgelegten Breiten der Fahrbahn. Für mehr Radwege sei kein Platz. Alternative Radrouten, die von der Stadt vorgeschlagen wurden, liegen außerhalb der Baugrenzen des Projekts.

Auch ein Pendlerparkplatz in der Nähe der Autobahnzufahrt sei nicht Sache des Planfeststellungsverfahrens für den Straßenausbau. Und für Parkplätze an der Straße, die im Bereich Bethunestraße 6 bis 10 wegfallen, werde kein Ersatz geschaffen.

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Am Donnerstag, 12. März, treffen sich die Stadt, Nachbarn und andere Träger öffentlicher Belange, wie zum Beispiel die Bahn, zu einem Erörterungstermin. Dann werden die Einwendungen und die Antworten darauf diskutiert.

Insgesamt gab es 26 private Einwendungen.

Da die Personen das zum Teil aber gemeinsam per Unterschriftenliste gemacht haben, gibt es insgesamt sogar 84 private Einwender. Erst nach dem Treffen fällt Straßen.NRW eine endgültige Entscheidung.

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