Auto mit Freundin angezündet: Elfeinhalb Jahre Haft

Er fingierte einen Verkehrsunfall und zündete das Auto mit seiner darin sitzenden Freundin an: Wegen schwerer Körperverletzung und Brandstiftung hat das Kölner Landgericht am Donnerstag einen 36-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von elfeinhalb Jahren verurteilt.

28.05.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Illustration

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Illustration

Nach Überzeugung der Richter hatte der Angeklagte den Wagen im Juli 2019 auf dem Rückweg von einer Party zunächst mit geringer Geschwindigkeit gegen einen Baum gefahren. Danach schüttete er Benzin im Innern des Autos aus - auch über die stark alkoholisierte und auf dem Beifahrersitz schlafende Frau. Dann setzte er das Fahrzeug in Brand.

Nach einiger Zeit zog der Angeklagte die 30-Jährige, mit der er zwei Kinder hat, aber aus dem brennenden Wagen. Das Gericht wertete dies als Rücktritt vom Tötungsvorsatz. „Hätten Sie das nicht getan, säßen Sie wegen Mordes hier“, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte hatte in dem Verfahren angegeben, dass er vor der Frau als „Retter“ habe dastehen wollen. In der Beziehung habe es immer wieder Streit gegeben.

Neben der Freiheitsstrafe verurteilte das Gericht den 36-Jährigen zur Zahlung von 60 000 Euro Schmerzensgeld. Die Frau hatte schwere Verbrennungen an über 40 Prozent ihrer Körperoberfläche erlitten und ist bis heute schwer von ihren Verletzungen gezeichnet.

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