Ausschuss zu Kindesmissbrauch schaltet Gericht ein

Der Untersuchungsausschuss zum Kindesmissbrauch in Lügde hat das Oberlandesgericht Düsseldorf eingeschaltet, um zwei Zeugen zu Aussagen zu bewegen. Die Anträge seien eingegangen, ein Ermittlungsrichter werde darüber entscheiden, sagte ein Sprecher des Gerichts am Freitag. Den Zeugen drohten ein Ordnungsgeld beziehungsweise Ordnungshaft oder Erzwingungshaft.

17.07.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blick durch einen Zaun auf ein Gebäude auf dem Campingplatz Eichwald. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Blick durch einen Zaun auf ein Gebäude auf dem Campingplatz Eichwald. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Gegen wen sich die Anträge konkret richteten, wurde nicht gesagt. In dem Ausschuss des Landtages von Nordrhein-Westfalen hatten mehrfach Zeuginnen, die im Tatzeitraum beim Jugendamt Hameln-Pyrmont in Niedersachsen tätig waren, sich auf ein Auskunftsverweigerungsrecht berufen. Der „Spiegel“ (Freitag/online) berichtete über die Anträge.

Der Untersuchungsausschuss des Landtags versucht aufzuklären, wie es zu dem hundertfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lüdge kommen konnte, ohne dass Behörden auf die kriminellen Vorgänge aufmerksam wurden. Im Mittelpunkt steht das Leid eines kleinen Mädchens, das als Pflegekind zu einem Pädokriminellen auf den Campingplatz gegeben worden war. Da der Mann im lippischen Lügde lebte und die Kindsmutter in Hameln-Pyrmont in Niedersachsen, waren zwei Jugendämter über die Landesgrenzen mit dem Fall beschäftigt.

Weitere Meldungen