Apple WWDC: Das ist neu bei iOS 14, iPadOS 14, watchOS 7 und macOS Big Sur

Technologie

Apple hält seine Entwicklerkonferenz WWDC wegen der Corona-Krise erstmals als Online-Event ab. Bei der jährlichen Veranstaltung gibt es erste Informationen zur künftigen Software der Produkte.

22.06.2020, 22:25 Uhr / Lesedauer: 4 min
Apple-Konzernchef Tim Cook hat bei der Entwicklerkonferenz WWDC erste Informationen zur künftigen Software der iPhones, iPad-Tablets und Mac-Computer präsentiert.

Apple-Konzernchef Tim Cook hat bei der Entwicklerkonferenz WWDC erste Informationen zur künftigen Software der iPhones, iPad-Tablets und Mac-Computer präsentiert. © picture alliance/Brooks Kraft

Die Entwicklerkonferenz war online, die vorgestellten Neuerungen ausschließlich digitaler Natur. Zum Auftakt seiner jählichen Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Neue Hardware war nicht dabei, auch die von vielen erwartete Apple Watch-Funktion zum Messen der Blutsauerstoffsättigung blieb aus. Stattdessen kann die Smartwatch aus dem Hause Apple zukünftig den Schlaf und - in Zeiten der Corona-Pandemie besonders interessant - das Händewaschen überwachen.

Zudem kündigte Apple an, seine Mac-Computer von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung umzustellen.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Das ist neu bei iOS 14

Das neue iPhone-Betriebssystem iOS 14 hat einige neue Features: Der Homescreen bekommt eine neue Funktion zum Sortieren von Apps. Mit der „App Library“ kann man automatisch alle Apps in verschiedenen Gruppen und Listen organisieren. Auf diese Weise braucht man nicht mehr so viele App-Pages und es sammelt sich nicht alles auf der Haupt-Home-Screen-Seite.

Auch die Widgets-Funktion wird überarbeitet. Die digitalen Anzeige-Plättchen sollen schöner, informativer und in verschiedenen Größen verfügbar sein. Die einzelnen „Widgets“, wie etwa das Wetter-Widget, können einfacher verschoben und platziert werden.

„Picture in Picture“ ermöglicht es, verschiedene Fenster offen zu halten, zum Beispiel einen Film in der Messanger-App, während das Audio währenddessen weiterläuft.

Das ist neu bei Siri

Auch Siri bekommt ein neues Design, das nicht mehr den ganzen Bildschirm beansprucht und wird schlauer. Der Assistent kann nun auch Audiodateien verschicken. Die Diktierfunktion wurde verbessert und Siri kann mehr neue Sprachen und ganze Konversationen übersetzen.

Translate App

Dazu gibt es auch eine neue App namens „Translate“, die in elf Sprachen übersetzt - darunter auch Deutsch. Die App funktioniert auch offline.

Das ist neu bei Messages

Wichtige Konversationen können nun oben angeheftet werden. Die Memojis bekommen neue Looks - darunter Mund-Nasen-Schutzmasken. In Gruppenchats kann man nun auch Inline-Replies und Mentions verwenden. Es gibt die Möglichkeit, nur dann informiert zu werden, wenn man erwähnt wird. Die Gruppen lassen sich personalisieren.

Das ist neu bei Apple Maps

Das Kartenmaterial der App wird verbessert und die App ist in weiteren Ländern verfügbar. In iOS 14 soll es einfacher werden, Orte zu finden. Außerdem gibt es eine Funktion, die es leichter machen soll, nachhaltig zu reisen. Dazu passt der neue Fahrradnavigator. Auch für Elektroautos erhält Maps eine neue Funktion namens „EV-Routing“, die Ladestationen anzeigt. Dazu arbeitet Apple mit BMW und Ford zusammen.

Neue Funktion: CarKey

Die neue CarKey-Funktion erlaubt es, das Auto mit dem iPhone zu öffnen. Dazu kooperiert Apple mit BMW. Der Schlüssel lässt sich per iMessage mit anderen Nutzern teilen. Man kann den iPhone-Schlüssel personalisieren - zum Beispiel, indem man bestimmte Nutzer zeitlich begrenzt.

Das ist neu im App Store

Die Funktion App Clips soll einem die richtige App zur richtigen Zeit präsentieren. App Clips sind Teile einer App, die man zum Beispiel aus Nachrichten aufrufen kann. Der Vorteil: Man braucht nicht die ganze App zu installieren, um wichtige Funktionen zu nutzen. Apple Pay ist integriert. Wenn man die App behalten möchte, kann man sie leicht herunterladen.

Das ist neu bei iPadOS 14

Auch für das iPad sind die Widgets ebenfalls neu designt worden. Die Foto-App wurde überarbeitet und hat eine Sidebar, mit der man unter anderem Fotos besser organisieren kann. Auch Notes und die Music-App haben jetzt eine Sidebar. Die Toolbars wurden ebenfalls überarbeitet. Darüberhinaus wurden die Anruf-Notifikationen dezenter gestaltet. Die Suchfunktion wurde neu designt und soll nun universell sein. Sie fungiert als App-Launcher, Kontaktsuche oder in App-Suche und Websuchen.

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Das ist neu beim Apple Pencil

Es soll einfacher werden, mit Handschrift zu arbeiten. Mit Scribble kann man in jedes Textfeld schreiben, die Schrift wird dann automatisch in Text verwandelt. Dazu gehört zum Beispiel die Suchleiste in Safari. Man kann handschrifliche Inhalte künftig auch mit dem Apple Pencil verschieben, kopieren und einfügen. Inhalte wie Telefonnummern oder Adressen werden als solche erkannt und so etwa Anrufe direkt gestartet werden.

Das ist neu bei den AirPods

Air Pods können nun automatisch zwischen verschiedenen Apple-Geräten switchen, zum Beispiel vom iPhone zum iPad. Außerdem bekommen die AirPods Pro dank Bewegungssensoren ein 3D-Sourround-System.

Das ist neu bei watchOS 7

Das Ziffernblatt der Apple Watch lässt sich jetzt besser personalisieren, je nachdem ob man zum Beispiel Surfer, Eltern oder Jogger ist. Mit „Face Sharing“ kann man die Watch Faces mit anderen Nutzern teilen und in sozialen Netzwerken teilen. Auch Maps für die Apple Watch erhält eine Fahrradnavigation.

Die Workout-App erhält mit „Dance“ eine Tanz-Work-Out-Funktion, mit der sich zum Beispiel der Kalorienverbrauch bei Hip-Hop-Tanzen messen lässt.

Eine neue Funktion, auf die viele gewartet haben: watchOS 7 kann jetzt auch den Schlaf messen. Die Uhr soll zum Beispiel helfen, besser einzuschlafen. Mit „Wind Down“ soll man sich auf das Zu-Bett-Gehen vorbereiten, zum Beispiel indem eine Meditationsapp gestartet wird. Vor allem aber trackt die Uhr die Schlafdauer.

Interessant in Corona-Zeiten: Die AppleWatch misst nun auch wie lange man sich die Hände gewaschen hat.

Auch bei der Apple Watch gibt es einige neue Funktionen.

Auch bei der Apple Watch gibt es einige neue Funktionen. © picture alliance/dpa

Sicherheit und Daten

Nutzer haben künftig unter anderem die Möglichkeit, nur ihre ungefähre Location mit Apps zu teilen. Es wird mitgeteilt, wann die Kamera läuft. Tracking in Apps soll nicht mehr so einfach sein, Drittanbieter brauchen dafür nun die Erlaubnis der Nutzer. Datenschutzbestimmungen werden künftig kurz gefasst auf den Produktseiten im App Store sichtbar sein.

Smart Home

Apple arbeitet hier künftig mit Amazon, Google und anderen Unternehmen zusammen. In der Home App soll man alle Geräte im Smart Home verwalten können. Lichter können künftig angepasst werden, zum Beispiel an die Uhrzeit. Die HomeKit-Kameras können nun Gesichter erkennen, die man in Bildern getaggt hat.

Das ist neu bei tvOS 14

Games bekommen Multi-User-Support: Einzelne Nutzer können also da weiterspielen, wo sie aufgehört haben. Apple TV unterstützt künftig Xbox-Controller. Die Bild-in-Bild-Funktion ist auch hier verfügbar. Eine neue Serie für Apple TV+ ist „Foundation“ basierend auf Erzählungen des Science-Fiction-Autos Isaac Asimov, die 2021 erscheinen soll.

Das ist neu bei macOS Big Sur

Das neue Betriebssystem macOS Big Sur ist neu designt worden und hat jetzt zum Beispiel neue Sounds, die Symbole wurden neu designt. Die Mail-App, aber auch die Foto-App, der Finder und zahlreiche andere Apps wurden überarbeitet. Alle Einstellungen sind künftig im „Control Center“ versammelt. Auch hier sind wieder die überarbeiteten Widgets zu finden.

Auch auf dem Mac wurde Messages überarbeitet: Zum Beispiel lassen sich Memojis auf dem Mac bearbeiten und einfügen, die Suchfunktion soll besser sein, es gibt Spezialeffekte.

Auch Maps wurde überarbeitet: Man kann zum Beispiel eigene Routen erstellen und es gibt Indoor-Karten. Außerdem behält die Mac-App alle Map-Funktionen aus iOS 14.

Das ist neu bei Safari

Safari soll mehr Informationen über das Tracking auf bestimmten Websites geben. Der Browser überwacht nun auch, ob Passwörter kompromittiert wurden. Die Extensions lassen sich unter anderem auf bestimmte Websites oder zeitlich begrenzen. Eine weitere neue Funktion: Die Startseite lässt sich personalisieren. Tabs bekommen künftig Icons und eine Vorschau, damit man sie besser auseinander halten kann. Außerdem hat Safari zukünftig eine eingebaute dynamische Übersetzungs-Funktion.

Apple ersetzt Intel-Chips bei Macs durch eigene Prozessoren

Das war erwartet worden: Apple kündigt den Übergang von Intel-Prozessoren zu Chips aus eigener Entwicklung bei den Mac-Computern an. Schon seit Jahren wurde spekuliert, dass Apple die Macs auf dieselbe Chip-Architektur umstellen wolle, mit der die hauseigenen Prozessoren in den iPhones und iPads arbeiten.

Die ersten Macs mit der neuen Chip-Architektur sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Der Übergang solle rund zwei Jahre dauern, sagte Cook. In der Zwischenzeit arbeitet Apple auch weiter an Intel-Macs.

iPadOS- und iOS-Apps laufen jetzt auch auf dem Mac, ohne dass sie angepasst werden müssen. Nutzer können sie direkt aus dem App Store laden.