Appelrath Cüpper beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Die Corona-Krise bringt auch den Damenmode-Filialisten Appelrath Cüpper ins Wanken. Das 1882 gegründete Unternehmen beantragte beim Amtsgericht Köln eine Insolvenz in Eigenverwaltung, wie es am Mittwoch mitteilte. „Nachdem wir mit einem außergewöhnlich guten Januar und Februar ins Jahr 2020 gestartet sind, hat uns die Corona-Pandemie in eine schwere Krise geführt“, berichtete Unternehmenschef Lothar Schäfer. Aufgrund der behördlichen Schließung aller 16 Filialen sei der Umsatz nahezu komplett eingebrochen. Nur der Online-Shop sei noch für Kunden verfügbar.

08.04.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Schriftzug von Appelrath-Cüpper an einer Filiale des Modehändlers. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

Der Schriftzug von Appelrath-Cüpper an einer Filiale des Modehändlers. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

Die Lage für Appelrath Cüpper war allerdings auch schon vor der Corona-Krise nicht einfach. Das Unternehmen befand sich mitten in einem Restrukturierungsprozess. In dieser Situation seien auch die Gespräche mit den Banken über einen KfW-Kredit erfolglos geblieben, so dass eine Insolvenz in Eigenverwaltung die letzte Option gewesen sei, betonte Finanzvorstand Heinrich Ollendiek.

Der Schritt biete nun die Möglichkeit zu einer nachhaltigen Sanierung und Neuausrichtung von Appelrath Cüpper, betonte der zum Generalbevollmächtigten des Unternehmens berufene Sanierungsexperte Jasper Stahlschmidt. „Wir gehen davon aus, dass das Verfahren bis Ende dieses Jahres abgeschlossen ist.“ Zum vorläufigen Sachwalter, der die Interessen der Gläubiger bei dem Insolvenzverfahren schützt, wurde der Rechtsanwalt Bero-Alexander Lau bestellt.

Appelrath Cüpper erwirtschaftete zuletzt mit rund 1000 Mitarbeitern eine Umsatz von rund 110 Millionen Euro.

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