Ansammlungsverbot in Bochum: Nicht mehr als zwei Personen

In Nordrhein-Westfalen hat nach Köln, Leverkusen und Dortmund jetzt auch die Stadt Bochum ein Ansammlungsverbot erlassen. Ab sofort sind in der Ruhrgebietsstadt Ansammlungen von mehr als zwei Personen unter freiem Himmel verboten. Die Maßnahme sei nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern, teilte die Stadt am Freitagabend auf ihrer Homepage mit. Es gibt Ausnahmen: Familien und Personen, die zusammenleben, dürften sich weiterhin gemeinsam im Freien aufhalten.

21.03.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thomas Eiskirch (SPD), Oberbürgermeister von Bochum. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Thomas Eiskirch (SPD), Oberbürgermeister von Bochum. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Am Freitag war der erste Bochumer am Coronavirus gestorben: Ein 55 Jahre alter Urlaubsrückkehrer aus Österreich. Ob er Vorerkrankungen hatte, wurde zunächst nicht bekannt. „Mich macht das sehr traurig und meine Anteilnahme gilt der Familie und den Freunden des Verstorbenen. Wir alle erleben im Moment, wie wirklich ernst diese Situation ist“, sagte ein sichtlich bewegter Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) in einer Videoansprache. Der Tod des Mannes mache deutlich, wie notwendig die Maßnahme sei. In der Stadt Bochum wurden bis Freitagabend 99 Infizierte bekannt.

„Ich weiß, dass ganz, ganz viele sich seit Wochen daran halten, ihre sozialen Kontakte dramatisch herunterfahren, aufeinander achten, mitfühlend und solidarisch sind“, sagte Eiskirch weiter. Es gebe aber leider zu viele, die alle Appelle ignorierten, die Grillpartys in Parks feierten und die Situation als Ferien missdeuteten. „Genau wegen der Egoisten, die sich nicht an die Regeln halten, müssen wir jetzt leider zu noch drastischeren Maßnahmen greifen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“

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