Anklage sicher: Nach Liebes-Geständnis erstach 34-Jähriger seinen Nebenbuhler

dzProzess

Als seine Verlobte ihm ein Verhältnis mit ihrem Nachbarn gestand, brannten bei einem 34-jährigen Mann alle Sicherungen durch. Mit 19 Messerstichen soll er seinen Nebenbuhler ermordet haben.

Duisburg

, 10.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Nachmittag des 19. Dezember 2019 wollte der Angeklagte eigentlich mit seiner Verlobten auf dem Weihnachtsmarkt verbringen. Als sie ihm jedoch kurz vor der geplanten Abfahrt schrieb, sie wolle lieber zu Hause bleiben und einen Mittagsschlaf machen, ahnte er schon Böses. Wenig später brachte eine weitere Kurznachricht Gewissheit: „Ich habe ein Verhältnis mit meinem Nachbarn.“

Laut Anklage soll der 34-Jährige sofort zur Wohnung seiner Verlobten gefahren sein. Und als er sie dort nicht fand, stürmte er angeblich umgehend zur Wohnung des Nebenbuhlers und trat die Tür ein. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass er seine Verlobte und den 57-Jährigen zusammen im Bett fand.

„Das Opfer hatte keine Chance, es verblutete“

Dann soll er eine Gaspistole gezogen, dreimal auf den Mann geschossen und diesen anschließend mit 19 Messerstichen ermordet haben. „Das Opfer hatte keine Chance, es verblutete“, heißt es in der Anklageschrift.

Von einem heimtückischen Mord will der Angeklagte jedoch nichts wissen. Er behauptet, dass er die Tür nur eingetreten habe, weil er Angst hatte, dass der Nebenbuhler seiner Verlobten Gewalt antun könnte. „Ich hatte durch die Tür Geräusche gehört, die so klangen, als würde er sie würgen“, behauptete der 34-Jährige.

Auch habe er nicht ohne Vorwarnung geschossen und zugestochen, sondern sich im Grunde nur gegen den anderen Mann verteidigt. „Er griff immer wieder nach meiner Hand und versuchte, mich auf das Bett zu ziehen. Da habe ich mich gewehrt“, sagte der 34-Jährige den Richtern.

Angeklagter behauptet, nur dreimal zugestochen zu haben

Der Duisburger ist sich darüber hinaus sicher, dass er selbst nur dreimal zugestochen hat. „Das weiß ich zu hundert Prozent“, sagte er. Auf die Frage, wie er sich dann die tatsächliche Anzahl von 19 Stichverletzungen erkläre, antwortete er: „Meine Mitgefangenen haben mich darauf gebracht, dass ja vielleicht auch meine Verlobte zugestochen haben könnte. Ich kann mir schon denken, dass es so war.“

Die Verlobte wies diese Anschuldigungen in ihrer tränenreichen Zeugenaussage jedoch weit von sich. „Ich habe damit nichts zu tun“, sagte sie den Richtern.

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