Angst vor Coronavirus: Marathonläufer will Kenia verlassen

Der deutsche Marathonläufer Hendrik Pfeiffer fürchtet wegen der Coronavirus-Krise im Trainingslager in Kenia um seine Sicherheit. „Die Leute haben Todesangst vor dem Virus. Sie denken, Corona kommt nur von Weißen, und wenn sie es kriegen, dann sterben sie“, sagte der 26 Jahre alte Düsseldorfer vom TV Wattenscheid der Funke Mediengruppe (Dienstag). „Fakenews sind hier ein großes Problem. Hier ist ein Großteil der Leute ungebildet, hinzukommen dann reißerische Aufmachungen in den Zeitungen.“

18.03.2020, 06:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hendrik Pfeiffer läuft beim Internationalen Silvesterlauf ins Ziel. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild

Hendrik Pfeiffer läuft beim Internationalen Silvesterlauf ins Ziel. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild

Pfeiffer, der die Qualifikation für die im Sommer geplanten Olympischen Spiele bereits geschafft hat, wollte sich in Kenia eigentlich bis Anfang April auf die mehr und mehr ungewissen Sommerspiele in Tokio vorbereiten. Doch inzwischen seien alle Wettkämpfe abgesagt, die Situation drücke auf die Psyche. „Das ist nicht mehr leistungsfördernd für mich“, sagte Pfeiffer, der nun versucht, so schnell wie möglich das Land zu verlassen: „Ich will einfach nur noch raus.“

Der Student befürchtet auch, dass die Situation in Feindseligkeit umschlagen könnte. Reinigungskräfte im Hotel würden sich vor ihm wegducken, Kinder würden sich aus Angst vor Weißen wegdrehen. „Einer von uns war einkaufen und wurde aus Angst nicht bedient – er wurde weggeschickt.“

An Olympia in Tokio im Sommer glaubt Pfeiffer nicht mehr: „Das ist dein Lebenswerk, das da zerstört wird.“

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