Angler fischt bei Lippebrücke-Vinnum zwei Granaten aus der Lippe

Größerer Einsatz

Einen ganz besonderen Fund machte ein Magnetangler am Donnerstagabend: Er fischte zwei Granaten aus der Lippe.

Vinnum, Bork

, 10.07.2020, 14:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Passant fand die Granaten in der Lippe an der Lippebrücke Vinnum.

Der Passant fand die Granaten in der Lippe an der Lippebrücke Vinnum. © Arndt Brede (A)

Magnetangler fischen keine Fische, sondern holen mitstarken Magneten, die an der Angel hängen, so einiges an Gegenständen aus Flüssen. Manchmal sogar ganze Fahrräder. Der Magnetangler, der aber am Donnerstagabend in der Nähe der Lippebrücke Vinnum angelte, holte etwas aus dem Fluss, was wesentlich leichter ist als ein Fahrrad, aber auch deutlich gefährlicher: Er angelte zwei Granaten aus der Lippe. Der Fundortort an der Lippebrücke befindet sich an der Grenze zwischen den Kreisen Recklinghausen, Unna und Coesfeld.

Einsatz starte um 18 Uhr

Der Anruf des Anglers kam bei der Polizeileitstelle Recklinghausen an, wie Sprecherin Ramona Hörst bestätigt. „Um 18 Uhr ging der Einsatz los“, sagt sie. Bis etwa 20.30 Uhr seien Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst im Einsatz gewesen.

Jetzt lesen

Die Polizei sei lediglich im Einsatz gewesen, um sich um die Absperrung zu kümmern, so Hörst. Auf der einen Seite der Brücke war die Polizei des Kreises Recklinghausen im Einsatz, auf der anderen Seite der Brücke die Polizei des Kreises Unna.

Die Brücke war für die Zeit des Einsatzes vollgesperrt.

Federführend dabei war die Stadt Datteln. „Es handelte sich um zwei Wurfgranaten“, wie Dirk Rogge vom Ordnungsamt der Stadt Datteln sagt. Derartige Funde kämen immer mal wieder vor. Gerade auch Sondengänger – das sind Menschen, die mit einem Metalldetektor nach Gegenständen suchen, – stießen immer mal wieder auf Funde aus dem zweiten Weltkrieg - zum Beispiel auch Handgranaten. Magnetangeln ist noch ein relativ neues Phänomen. Aber dass solche Angler auf Granaten stoßen, ist gar nicht so ungewöhnlich. Durch Schmutz und Rost seien diese mitunter gar nicht so einfach zu erkennen, und dann könne es gefährlich werden, hatte zum Beispiel Anne Kathrin Lappe vom Lippeverband unserer Redaktion gesagt. Wobei es natürlich grundsätzlich gut sei, dass Magnetangler Flüsse von Müll befreien würden.

Wegen Schäden, die Magnetangler der Natur zufügen können – aber auch wegen der Gefahr – gibt es manche Orte, an denen Magnetangeln auch gänzlich untersagt ist. Zuletzt hatte die Stadt Lübeck zum Beispiel Magnetangeln verboten. „Diese Kampfmittel sind auch nach Jahrzehnten noch extrem gefährlich, da mögliche Sicherungsstifte der Munition nach vielen Jahren im Wasser stark korrodiert sind und somit bei einer möglichen Bewegung der Munition zerfallen und eine Explosion hervorrufen können“, so die Stadt Lübeck dazu.

Kampfmittelräumdienst entscheidet über Vorgehen

Wie mit den Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg dann umzugehen ist, das entscheidet der Kampfmittelräumdienst in Arnsberg. „Der Kampfmittelräumdienst hat eine Notfallnummer, die auch abends erreichbar ist“, erklärt Rogge. Wenn der Dienst vor Ort ist und das Fundstück begutachtet hat, entscheidet er, wie damit weiter verfahren wird. Im Fall der Wurfgranaten sei es so, dass diese gesichert und mitgenommen und dann vernichtet werden. Anders als zum Beispiel eine Bombe werden sie nicht direkt vor Ort entschärft.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Mit Video und Fotostrecke
Haus der Wirtschaft in Selm: Der erste Mieter steht kurz vor dem Einzug