Angeklagter im Fall Springmann erneut freigesprochen

Ein wegen Mordes am Wuppertaler Unternehmerehepaar Springmann angeklagter 47-Jähriger ist bei der Neuauflage des Prozesses erneut freigesprochen worden. Allerdings wurde der Wuppertaler am Donnerstag wegen des unerlaubten Erwerbs zweier Schusswaffen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt, sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts.

29.10.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/dpa

Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/dpa

Die Schwurgerichtskammer habe zwar festgestellt, dass sich der Angeklagte am Tattag unbefugt in dem Haus der Eheleute aufhielt. Das Gericht habe jedoch nicht klären können, ob der Angeklagte an der Tötung der Eheleute mitgewirkt oder ob er das Haus erst nach der Tat betreten habe, erläuterte die Gerichtssprecherin.

Christa (88) und Enno Springmann (91) waren am 19. März 2017 in ihrer Villa getötet worden. Nach Überzeugung des Wuppertaler Landgerichts tötete der Enkel seine Großeltern aus Habgier. Er hatte als Zeuge in der Neuauflage des Prozesses gegen seinen damaligen Geschäftspartner, bei dem es nur um den 47-Jährigen ging, vor einigen Wochen erneut seine Unschuld beteuert. Die Revision des durch das Landgericht Wuppertal zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Enkels des Ehepaares hatte der Bundesgerichtshof (BGH) verworfen.

Der BGH hatte hingegen den Freispruch des Wuppertaler Landgerichts für den 47-Jährigen aufgehoben und die Neuauflage am Düsseldorfer Landgericht angeordnet. Das Urteil vom Donnerstag ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft, der Nebenkläger sowie der Angeklagte können dagegen Revision beim BGH einlegen.

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