An diesen Orten besteht die größte Gefahr einer Corona-Infektion

Coronavirus

Maskenschutz, Händewaschen und Abstandsregeln: Der Umgang mit Corona gehört mittlerweile fest zum Alltag. Studien geben Aufschluss darüber, an welchen Orten ein hohes Infektionsrisiko besteht.

17.07.2020, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor allem in Restaurants besteht ein hohes Infektionsrisiko, weil sich viele Menschen auf engem Raum befinden.

Vor allem in Restaurants besteht ein hohes Infektionsrisiko, weil sich viele Menschen auf engem Raum befinden. © picture alliance/dpa

In Deutschland ist die Zahl der Coronavirus-Infizierten insgesamt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Aber es können sich überall plötzlich örtliche Infektionsherde wieder ausbreiten, wie zuletzt in Rheda-Wiedenbrück durch den Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies. Um sogenannte Cluster, also Häufungen einzelner unerwarteter Erkrankungsfälle in einem bestimmten Gebiet, identifizieren und Ausbrüche eindämmen zu können, soll es auf lokaler Ebene Ein- und Ausreisesperren geben dürfen. Doch an welchen Orten ist eine Ansteckung mit dem Coronavirus am wahrscheinlichsten?

Verschiedene Studien geben Aufschluss über die Risikoorte. Grundsätzlich rät das Robert-Koch-Institut dazu, Menschenansammlungen zu meiden und ausreichend Sicherheitsabstand zu anderen Personen zu halten (mindestens 1,50 Meter) – denn das Virus wird beim Atmen, Husten, Sprechen oder auch Niesen verbreitet.

Das RKI weist daher daraufhin, dass insbesondere in kleinen, schlecht oder gar nicht belüfteten Räumen erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Die Erfahrungen zeigten, dass es beim Singen in geschlossenen Räumen oder bei Fitnesskursen zu einem erhöhten Infektionsgeschehen kommen kann, da ein effektiver Luftaustausch dort nicht möglich sei und die einzelnen Flüssigkeitspartikel in der Luft blieben.

Unter freiem Himmel kämen Übertragungen laut RKI „insgesamt selten vor“. Bei Wahrung des Mindestabstands sei die Infektionsgefahr gering – vor allem wegen der Luftbewegung durch den Wind und andere Einflüsse.

Studie aus China: Infektion im eigenen Haushalt am wahrscheinlichsten

Laut einer Studie aus China gebe es erste Hinweise darauf, dass vor allem im eigenen Haushalt eine erhöhte Infektionsgefahr bestehe. Dazu wurden 391 SARS-CoV-2-Fälle und 1286 enge Kontakte in Shenzen untersucht. Die Studie erschien unter anderem in der Fachzeitschrift „Lancet“. Klar ist: Je enger der körperliche Kontakt zu einer infizierten Person ist, desto größer ist die Gefahr einer Infektion. Laut der Studie zufolge gebe es Hinweise darauf, dass innerhalb einer Familie die größte Gefahr für den Ehepartner bestehe.

Zudem bestehe die zweitgrößte Gefahr bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Die mangelnde Luftzirkulation in Bussen und Bahnen sowie viele Menschen auf engem Raum würden die Gefahr einer Infektion erhöhen. Die überfüllte Rushhour sollte folglich gemieden werden. Zudem sollten Schutzmasken getragen werden.

Studie der CDC: Erhöhtes Risiko in Pflege und Kita

Laut einer von der US-Gesundheitsbehörde CDC veröffentlichten Studie haben Forscher Hinweise darauf gefunden, dass vor allem Gesundheitseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten, Restaurants und Bars, Arbeitsplätze, Musikkonzerte, Chorproben, Karaokepartys, Turnhallen und religiöse Zeremonien anfällig für Infektionen seien. Das RKI weist zudem darauf hin, dass vor allem bei medizinischen Eingriffen wie etwa Bronchoskopien, Intubationen oder auch bei zahnärztlichen Untersuchungen ein erhöhtes Risiko bestehe.

Auch eine sogenannte vertikale Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr noch ungeborenes Kind im Mutterleib könne laut RKI nicht ausgeschlossen werden. Dass eine Übertragung durch die Muttermilch auf das Kind erfolgen könnte, sei laut RKI in Studien noch nicht nachgewiesen worden. Bislang sind aber nur wenige solcher Fälle bekannt.

Untersuchungen aus Südkorea: Fitnessstudios anfällig für Übertragungen

Untersuchungen aus Südkorea zeigen, dass vor allem in engen und schlecht belüfteten Fitnessstudios die Gefahr einer Infektion besteht. Dies sei durch die mangelnde Luftzirkulation und die übermäßige Produktion von Schweiß zu erklären. Bei Yoga- und Pilateskursen sei hingegen kein erhöhtes Risiko festgestellt worden. Wissenschaftler raten daher zu Sport an der frischen Luft.


Fallzahlen in Japan steigen – Tokio macht Nachtclubs als Problem aus

In der japanischen Hauptstadt Tokio steigen seit kurzer Zeit wieder die Fallzahlen. Grund dafür sollen zahlreiche Ansteckungen in Nachtclubs sein. Zudem gibt es auch Berichte über die Entstehung von Clustern in Theatern, Büros und Pflegeeinrichtungen.

Dazu passt auch eine Studie aus Japan, bei der Forscher insgesamt 3184 mit dem Coronavirus infizierte Personen untersuchten. Das Ergebnis: Bei der Untersuchung wurden insgesamt 61 Fallcluster identifiziert, die unter anderem in Pflegeeinrichtungen, Restaurants und Bars aufgetreten waren.

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