Alleinerziehende leiden besonders unter Existenzangst

Alleinerziehende Mütter und Väter sind angesichts wegbrechender Betreuungsmöglichkeiten in der Corona-Krise besonders von Ängsten und Belastungen betroffen. „Bei vielen Alleinerziehenden, deren Kinder nicht betreut werden dürfen, entsteht sofort eine große Existenzangst, wenn sie nicht arbeiten können“, sagte Antje Beierling, Vorstand im Landesverband alleinerziehender Mütter und Väter in Nordrhein-Westfalen. Urlaubstage seien sowieso sehr knapp bemessen, um Schulferien oder Ferien-Schließzeiten von Kitas zu überbrücken.

16.03.2020, 15:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Unbezahlter Urlaub bedeutet sofort das Wegbrechen des gesamten Einkommens“, sagte Beierling. „Es ist für viele sowieso schon schwer, die kleine Familie über Wasser zu halten. Wenn jetzt ein großer Teil des sozialen Netzes oder Großeltern als Hilfestellung ausfallen sollen, ist das für Alleinerziehende eine riesige Belastung, die sie alleine stemmen müssen“, sagte Beierling.

In NRW gibt es rund 327 000 Alleinerziehende mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern. In der überwiegenden Mehrheit sind es Frauen, wie aus einer im Herbst 2019 veröffentlichten Studie hervorgeht. Demnach sind 65 Prozent der Alleinerziehenden erwerbstätig.

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