Alkohol in Corona-Krise: Psychologe warnt, Getränkehändler berichtet

Coronavirus

Die Zeit der Hamsterkäufe im Getränkehandel ist vorbei, sagt der Lüner Unternehmer Jochen Gefromm. Und der heimische Psychologe Dr. Christian Lüdke warnt vor übermäßigem Alkoholkonsum daheim.

Lünen

, 06.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Zeiten der Kontaktsperre besteht durchaus die Gefahr, dass in den eigenen vier Wänden der Alkoholkonsum steigt.

In Zeiten der Kontaktsperre besteht durchaus die Gefahr, dass in den eigenen vier Wänden der Alkoholkonsum steigt. © dpa (A)

Wird in der Corona-Krise mit Kontaktsperre, Homeoffice und fehlenden Freizeitangeboten außerhalb der eigenen vier Wände mehr - Alkohol - daheim getrunken? Statistiken dazu gibt es keine, wohl aber Vermutungen:

„Es gibt zwar keine belastbaren Zahlen aber offenbar wird in dieser Zeit tatsächlich mehr Alkohol konsumiert“, sagte etwa der renommierte Lüner Psychologe Dr. Christian Lüdke am Freitag (3.April) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Viele Leute, sagte Lüdke weiter, die sich in normalen Zeiten an die 5-2-Regel halten - 5 Tage abstinent, dann 2 Tage Bier oder Wein - drehten das zurzeit wohl um, tränken also an fünf Tagen Alkohol und an zwei Tagen nicht. Weil sich diese Zeit für sie jetzt wie ein Dauer-Wochenende anfühle. „Ich kann nur davor warnen, dass dies zum Dauerzustand wird.“

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Keine Hamsterkäufe mehr

Gegen die Vermutungen Lüdkes sprechen die Erfahrungen von Jochen Gefromm, Geschäftsführer der gleichnamigen und regional tätigen Lüner Getränkegruppe. „Mittlerweile hat sich der (Alkohol-) Verkauf in unseren Getränkemärkten wieder normalisiert“, sagte Gefromm am Freitag: „Es ist beileibe nicht so, dass mehr Bier, Wein oder Hochprozentiges zum Abtöten des Virus von unseren Kunden gekauft wird.“

Mitte März, nach Bekanntwerden der vom Bund und Land beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus inklusive Gaststättenverbots, habe es noch Hamsterkäufe über die ganze Angebots-Palette hinweg gegeben.

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