Afrikanische Schweinepest: Jäger wollen Wildschweine intensiv jagen

Tiere

Um zu verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest auch in NRW ausbreitet, sollen Wildschweine vermehrt gejagt werden. Auch Ausflügler und Verbraucher können etwas gegen die Ausbreitung tun.

Dortmund

17.09.2020, 06:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit der Jagd auf Wildschweine wollen Jäger in NRW eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern.

Mit der Jagd auf Wildschweine wollen Jäger in NRW eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern. © picture alliance/dpa

Die Jäger Nordrhein-Westfalens wollen in der bevorstehenden neuen Jagdsaison Wildschweine flächendeckend intensiv jagen. Dabei geht es um eine Reduzierung der stark wachsenden Bestände an Wildschweinen, damit Infektionsketten bei einem möglichen Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schnellstmöglich unterbrochen werden können.

„Niedrige Populationsdichten werden als ein zentraler Schlüssel für die Eindämmung der ASP angesehen“, erklärte der Landesjagdverband NRW nach dem deutschlandweit ersten ASP-Fall in der jüngsten Zeit und weiteren Verdachtsfällen im Bundesland Brandenburg. Die Gefahr einer Ausbreitung ins Hunderte Kilometer entfernte NRW werde weniger durch eine Wanderung der Wildschweine, als vielmehr durch den Transitverkehr gesehen. „Das ist die Gefahr, dass der Mensch das Virus weit verschleppt“, sagte ein Verbandssprecher.

Speisereste nicht in der Natur entsorgen

Er appellierte an Berufskraftfahrer, Reisende und Ausflügler, ihre Speisereste wie Wurstbrote nicht in der Natur zu entsorgen. Wildschweine auf Nahrungssuche könnten sonst auf diese Weise mit dem für den Menschen ungefährlichen Virus infiziert werden.

Die eigentliche Jagdsaison beginne üblicherweise Anfang Oktober. Auch in den Vorjahren seien Wildschweine in NRW schon intensiv bejagt worden. Für das bis Ende März reichende Jagdjahr 2019/2020 geht der Landesjagdverband von einer ähnlich hohen Zahl an Tieren aus wie 2017/18. Damals wurden 62.500 Wildschweine erlegt.

„Wildschweine sind Gewinner des Klimawandels“

Neben ASP gehe es auch um die Schäden durch die wachsenden Bestände. „Die Wildschweine sind Gewinner des Klimawandels“, erklärte der Verbandssprecher. Weil Eichen und Buchen häufiger Früchte tragen würden, komme es zu einer starken Vermehrung. Hinzu komme der breitere Maisanbau. Milde Winter ließen darüber hinaus die Überlebenschancen der Frischlinge steigen.

Der Landesjagdverband bittet vor diesem Hintergrund um Verständnis, wenn in den kommenden Monaten Waldgebiete zugunsten einer Jagd gesperrt werden. In NRW gebe es rund 8000 Jagdgebiete. Es werde von den Straßen weg gejagt und in diesen Gebieten auch verstärkt gejagt, schon um Verkehrsunfälle zu reduzieren. Verbraucher könnten die Anstrengungen durch den Kauf von Wildschweinfleisch unterstützen.

dpa

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