AfD-Spitze in NRW fordert: „Flügel“ soll sich auflösen

Der Landesvorstand der AfD in Nordrhein-Westfalen dringt auf eine Auflösung des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Flügels“. Diese und weitere Maßnahmen seien geeignet, „wieder Ruhe in unsere Partei einkehren zu lassen und die bereits begonnene Austrittswelle zu stoppen“, heißt es in einem Brief, den der Landesvorsitzende Rüdiger Lucassen am Mittwoch an die beiden Parteichefs, Jörg Meuthen und Tino Chrupalla, schickte.

18.03.2020, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rüdiger Lucassen, Landesvorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen, spricht zu Deligierten. Foto: Henning Kaiser/dpa

Rüdiger Lucassen, Landesvorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen, spricht zu Deligierten. Foto: Henning Kaiser/dpa

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, fordert Lucassen den Bundesvorstand außerdem auf, Veranstaltungen, Auftritte und andere Zusammenkünfte von AfD-Mitgliedern unter der Bezeichnung „Flügel“ zu verbieten. Die Protagonisten des „Flügels“ hätten sich zudem „vorbehaltlos in Diktion und Duktus den Zielen und der Programmatik der AfD unterzuordnen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte den „Flügel“ in der vergangenen Woche zum Beobachtungsfall im Bereich Rechtsextremismus erklärt. Das hatte zu großen innerparteilichen Diskussionen geführt. Kritik an den beiden wichtigsten Führungspersönlichkeiten des „Flügels“, Brandenburgs Fraktionschef Andreas Kalbitz und der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke, hatte in einem internen Schreiben diese Woche auch der rheinland-pfälzische AfD-Landes- und Fraktionschef, Uwe Junge, geübt. Der Bundesvorstand berät - voraussichtlich auch zu dieser Frage - am kommenden Freitag in Berlin.

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