AfD-Kreis widerspricht: Schwerter Spitzenkandidat wird unterstützt

Kommunalwahl 2020

Unterstützt die Kreis-AfD den Spitzenkandidaten aus Schwerte? Oder will sie ihn nicht als Fraktionschef? Zumindest einer von zwei Kreis-Sprechern sagt, er sei ein „untadeliges Mitglied“.

Schwerte

, 05.08.2020, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die AfD will auch in Schwerte in den Rat.

Die AfD will auch in Schwerte in den Rat. © picture alliance/dpa

„Die Mehrheit des Kreisvorstandes unterstützt Stefan Fiene.“ Das möchte Ulrich Lehmann klargestellt wissen. Lehmann ist einer von zwei stellvertretenden Sprechern des AfD-Kreisverbandes Unna und seit dem Rücktritt von Michael Schild vor einigen Wochen oberster Ansprechpartner.

Fiene sei „in freier, gleicher und geheimer Wahl demokratisch von den AfD-Mitgliedern aus Schwerte auf Platz 1 der Reserveliste gewählt und hat sich zu seinen Mitstreitern stets kollegial verhalten,“ betont Lehmann. „Auch ist er Mitglied der Partei, im Gegensatz zu Sebastian Rühling. Wir wehren uns gegen jeden Versuch, die demokratisch gewählte Reserveliste hintenrum verändern zu wollen“, so Lehmann weiter. Fiene indes sei „ein untadeliges und loyales Mitglied unserer Partei und steht auf dem Boden unseres Grundgesetzes.“

Jetzt lesen

Zurückgetretener Kreisvorsitzender radelte zufällig vorbei

Rühling indes hatte von einem Treffen am Montagabend berichtet. Mit dabei: Holger W. Sitter, der zweite stellvertretende Sprecher der Kreis-AfD, und auch der zurückgetretene Schild, der zufällig vorbeigeradelt sei. Dort, so hatte Rühling gegenüber unserer Redaktion berichtet, habe man sich geeinigt, man wolle Fiene bitten, nicht den Fraktionsvorsitz zu übernehmen, sondern sich eher zurückzunehmen.

Jetzt lesen

Gegen Industrieflächen, für mehr Natur, für Grundrecht auf Asyl

Davon abgesehen ging es am Montagabend laut Pressemitteilung um Inhalte:

Alle Beteiligten hätten festgestellt, „dass Schwerte ein Ort bleiben muss, an dem man nicht nur wohnt, sondern auch gern lebt. Rühling wird wie folgt zitiert: „Schwerte muss wieder vermehrt seine Stärken als Naturstadt zwischen Wäldern und Ruhr ausspielen, um sich dadurch weiter von umliegenden Städten abzuheben.“ Problematisch seien die großen Industrieflächen, „die die Ruhrstadt in ihrer Entwicklung lähmen und nicht mehr zum Charakter als Erholungsstätte passen“.

Zudem: Man bekenne sich „mit voller Überzeugung zum Grundrecht auf Asyl“. Allerdings sei „das Asylrecht gesetzwidrig zu einem Instrument für massenhafte Einwanderung umfunktioniert worden“.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Neuinfektionen
Am Dienstag: Fünf Corona-Neuinfektionen, auch eine Kita in Schwerte ist betroffen
Hellweger Anzeiger Schwerter Krippenweg
Workshop in der JVA musste ausfallen – Notlösung für Schwerter Krippenweg 2020