Ärztegewerkschaft fordert von Bund und Ländern mehr Schnelltests für Klinikpersonal

Coronavirus

Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung und teilweise Verschärfung des Teil-Lockdowns geeinigt. Die Ärztegewerkschaft fordert, das Klinikpersonal durch mehr Schnelltests zu schützen.

Berlin

26.11.2020, 07:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Intensivstation in einem Krankenhaus.

Eine Intensivstation in einem Krankenhaus. © picture alliance/dpa

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die Beschlüsse für eine Verlängerung und teilweise Verschärfung der Corona-Beschränkungen begrüßt, zugleich aber Bund und Ländern schwere Versäumnisse vorgeworfen. „Es ist ein absolutes Unding, dass für das Klinikpersonal immer noch nicht genügend Antigen-Schnelltests zur Verfügung stehen“, sagte Verbandschefin Susanne Johna dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Das sei ein klares Versäumnis von Bund und Ländern. „Wir brauchen eine engmaschige, flächendeckende Testung des Personals in den Kliniken, damit wir wissen, welche Risiken bestehen; dieses Versprechen müssen Bund und Länder durch Bereitstellung der Tests endlich einlösen“, sagte sie.

Johna sagte, das Personal insbesondere auf den Intensivstationen, den Infektionsstationen und den Notaufnahmen der Krankenhäuser sei seit Wochen massiv belastet. Inzwischen würden Beschäftigte in den Kliniken vermehrt dazu angehalten, auch dann weiterzuarbeiten, wenn sie Kontaktpersonen ersten Grades sind, also engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten. „Zu Hause in Quarantäne und im Krankenhaus voller Einsatz auf unterbesetzten Stationen – das ist nicht nur grotesk, das ist auch gefährlich.“

Immer mehr Menschen auf den Intensivstationen

„Wenn wir nicht die Gesundheit derer schützen, die für die Gesundheit anderer arbeiten, bekommen wir massive Probleme“, sagte sie. „Deshalb kann ich es überhaupt nicht verstehen, wenn jetzt sogar der Einsatz von positiv Getesteten in Erwägung gezogen wird, wie zuletzt vom sächsischen Ärztekammerpräsidenten geäußert“, kritisierte die Medizinerin.

Die Verlängerung des Teil-Lockdowns begrüßte Johna. Die Gefahr einer Überlastung der Kliniken sei noch nicht gebannt. „Von einer wirklichen Trendwende kann man erst dann sprechen, wenn die Kurve nach unten geht und die Anzahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern deutlich zurückgeht“, betonte sie. Davon könne aber derzeit nicht die Rede sein. „Die Anzahl der Menschen, die wegen Covid-19 auf die Intensivstationen kommen, nimmt immer noch zu“, warnte die Chefin der Ärztegewerkschaft.

RND

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