Abwasser fließt in den Wannebach – Stadtwerke suchen Ursache

dzKanal verstopft

Aus einem verstopften Abwasserkanal floss Schmutzwasser in den Wannebach. Die Stadtwerke rätseln noch, was die Ursache dafür sein konnte. Die Folgen für die Umwelt können extrem sein.

Schwerte

, 28.04.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag (26. April) sorgte eine verstopfter Kanal für einen Notfall bei der Schwerter Stadtentwässerung (SEG): Abwasser trat aus und floss in den Wannebach.

Markus Borchert von der SEG teilt mit: „Am Sonntag Nachmittag wurde eine Verstopfung gemeldet, bei der häusliches Abwasser ausgetreten ist.“ Wie viel Abwasser aus dem Kanaldeckel am Westhellweg bis in den Wannebach geflossen ist, kann die SEG nicht sagen.

Verstopfung vom Dienstleister behoben

Nach der Alamierung der Rufbereitschaft sei die Verstopfung laut Borchert jedoch unmittelbar durch den Dienstleister der SEG behoben worden, sodass am frühen Abend der Kanal wieder frei war.

Die Ursache für die Kanalverstopfung konnte einen Tag später noch nicht ermittelt werden. „Wir können es uns zurzeit nicht erklären. Wir hatten schon eine Kamera im Kanal, konnten aber bisher nichts finden.“ Es sollen noch weitere Spülungen durchgefürt werden, um den Grund für die Verstopfung zu ermitteln.

Einsätze wie jetzt am Westhellweg seien unüblich, gibt Borchert an: „Das kommt sehr selten vor. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass so etwas passiert.“ Das liege vor allem an der regelmäßigen Reinigung und Untersuchung des Schwerter Kanalnetzes.

Das Schmutzwasser floss über den Weg in den angrenzenden Wannebach.

Das Schmutzwasser floss über den Weg in den angrenzenden Wannebach. © privat

So wird im Schnitt eine Kanalstrecke von etwa 110 Kilometern pro Jahr in der Stadt gereinigt und gespült. Manche Abschnitte sogar bis zu vier Mal jährlich. „Aufgrund der Erfahrung kennen wir die Stellen, die öfter gespült werden müssen.“ Hierfür gebe es sogar eine Art „Spülplan“.

Betroffener Bereich im schlimmsten Fall ökologisch tot

Marten Brodersen von der Unteren Wasserbehörde des Kreises kennt die Gefahren, die von austretendem Abwasser ausgehen. Zwar wurde er über den Vorfall am Westhellweg nicht informiert und kennt daher keine Einzelheiten, sagt aber grundsätzlich: „Im schlimmsten Fall wäre der Bereich ökologisch tot.“ Für Gewässer gelte: „Fische und andere Lebewesen würden sterben, weil sie keinen Sauerstoff mehr bekommen.“

Zur Trockenzeit – wie in diesem April – sei die Gefahr umso dramatischer, da das Abwasser nicht durch Wasser verdünnt würde.

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Behörde und Feuerwehr arbeiten zusammen

Wenn Abwasser in die Natur gelangt und die Feuerwehr alamiert wird, rücken Brodersen und sein Team aus, um größere Schäden in der Umwelt zu verhindern. „Im besten Fall kann man die Quelle direkt verschließen.“ Andernfalls würde mit Unterstützung der Feuerwehr versucht, die Ausbreitung des Abwassers mithilfe von Barrieren zu verhindern oder einzudämmen.

Über ein Tankfahrzeug bestünde zudem die Möglichkeit, Abwasser abzupumpen. Die Verdünnung des Abwassers wäre zusätzlich möglich, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren.

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