Dürre und Borkenkäfer: Tote Fichten in Westhofen müssen gefällt werden

Klimawandel

Dürre und Borkenkäfer setzen den Fichten in Schwerte zu. Die toten, braunen Bäume sind nicht nur in den Wäldern zu sehen. In Westhofen wird die Stadt jetzt handeln

Westhofen

, 29.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Ruhrtalradweg auf Höhe des Westhofener Sportplatzes steht diese Reihe abgestorbener Fichten. Sie werden in den kommenden Wochen gefällt.

Am Ruhrtalradweg auf Höhe des Westhofener Sportplatzes steht diese Reihe abgestorbener Fichten. Sie werden in den kommenden Wochen gefällt. © Holger Bergmann

Eine gesunde Fichte kann einen Angriff durch Borkenkäfer souverän abwehren. Die Käfer werden einfach mit Harz verklebt. Doch die Fichten in Schwerte haben zwei Dürre-Jahre hinter sich.

Die Borkenkäfer müssen deshalb keinen Harz mehr fürchten, die Tiere unterbrechen die Versorgung der Baumkrone, der Baum stirbt. Das Phänomen konnte man zuerst in den Schwerter Wäldern entdecken.

Längst sieht man die abgestorbenen Bäume aber auch auf Grundstücken am Straßenrand. Dort gefährden sie aber die Verkehrssicherheit. Deshalb kündigte die Stadt Schwerte jetzt an, eine große Zahl betroffener Fichten in Westhofen zu fällen.

75 Fichten am Sportplatz Westhofen

Dazu gehören Fichten, die im oberen Bereich der „Mesenbecke“ in der Nähe des Westhofener Friedhofs stehen. „Auch im Hohlweg müssen abgestorbene Fichten weichen, weil durch ihre fehlende Standfestigkeit die Verkehrssicherheit gefährdet ist“, schreibt Stadtsprecher Ingo Rous in einer Bekanntmachung.

Fallen müssen auch 75 Fichten, die auf dem Sportplatzgelände direkt am Ruhrtal-Radweg stehen. Auch von ihnen geht eine Unfallgefahr aus.

Die Fällungen sollen in den nächsten drei bis vier Wochen erfolgen. Der genaue Termin und die damit verbundene Einrichtung einer Umleitungs-Strecke für den Ruhrtal-Radweg werden rechtzeitig bekanntgegeben, verspricht die Stadt.

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Borkenkäfer bringen der Fichte den Tod

Kritik und Lob für Maßnahme der Stadt Schwerte

Vor Beginn der nächsten Pflanz-Periode im Herbst will die Stadt mit dem VfB Westhofen besprechen, in welchem Umfang Ersatzpflanzungen möglich sind.

In den sozialen Netzen entflammte nach der Ankündigung eine Diskussion, um die hohe Zahl der zu fällenden Fichten. Doch die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer stellte sich hinter die Maßnahmen.

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Zu deutlich heben sich die braunen Pflanzen derzeit von den frisch ergrünten, gesunden Bäumen ab. Vor allem im Bereich des Sportplatzes ist der Dürre- und Käfer-Schaden eindeutig zu sehen.

Restliche Fichten überstehen keine weitere Dürre

An den Straßen bedeuten tote Fichten eine Gefährdung der Verkehrssicherheit. In den Wäldern bedroht das Fichten-Sterben die Existenz der Waldbauern, die vom Verkauf des Holzes leben. In zweifacher Weise.

Zum einen sterben gerade überall die Fichten und das Holz der in Massen gefällten Bäume hat die Preise einbrechen lassen. Zum anderen wächst das Holz anderer Bäume, zum Douglasien, nur langsam nach.

In Ergste vermarktet das Gut Halstenberg Brennholz aus Fichten. Bereits in der vergangenen Woche hatte Firmen-Chef Hendrik Wassermann erklärt, dass es im Jahr 2021 keine grüne Fichte mehr in Schwerte geben werde, sollte es zu einer weiteren Dürre in diesem Sommer kommen.

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