18-Jährige in Zwangsprostitution gedrängt

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht der Prozess gegen zwei Brüder wegen Zwangsprostitution begonnen. Die beiden Männer kündigten dabei über ihren Anwalt an, aussagen zu wollen. Das heute 20 Jahre alte Opfer war nach monatelangem Martyrium geflohen und hatte die Tat angezeigt. Die jungen Frau befinde sich im Zeugenschutz, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa.

21.07.2020, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts. Foto: Martin Gerten/dpa/archiv

Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts. Foto: Martin Gerten/dpa/archiv

Der 32 Jahre alte Hauptangeklagte aus Langenfeld soll die damals 18 Jahre alte Berufsschülerin mit der „Loverboy“-Masche nach Düsseldorf gelockt und sie mit massiver Gewalt zur Prostitution und zum Gruppensex mit Freunden und Bekannten gezwungen haben. Der jüngere Bruder des Mannes im alter von 23 Jahren ist als Helfer angeklagt. Er soll die junge Frau mehrfach zu Terminen gefahren haben.

Der 32-Jährige hatte laut Anklage von der Frau innerhalb von zehn Monaten über 80 000 Euro kassiert. Von dem Geld soll er unter anderem seiner Ehefrau, die den Prozess im Saal mitverfolgte, ein Auto gekauft haben. Dem Hauptangeklagten werden zahlreiche weitere Straftaten vorgeworfen, darunter Nötigung, Erpressung, Drogen- und Waffenbesitz sowie versuchter Totschlag. Fast eine Stunde dauerte die Verlesung der Anklage.

Der Prozess gegen die Brüder ist bis Mitte Oktober geplant. Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen.

Weitere Meldungen
Meistgelesen