Schwarzer Aktivist rettet rechten Demonstranten vor Prügelei

Demonstration

In London sind „Black Lives Matter“-Aktivisten und rechte Demonstranten aneinandergeraten. Nach der Rettung eines Weißen durch einen schwarzen Aktivisten sind die Reaktionen eindeutig.

London

15.06.2020, 11:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
In London versuchten Polizeibeamte Mitglieder der «Black Lives Matter»-Bewegung während einer Demonstration einzudämmen. Im Zuge dessen rettete ein schwarzer Aktivist einen rechten Demonstranten vor einer Prügelei.

In London versuchten Polizeibeamte Mitglieder der «Black Lives Matter»-Bewegung während einer Demonstration einzudämmen. Im Zuge dessen rettete ein schwarzer Aktivist einen rechten Demonstranten vor einer Prügelei. © picture alliance/dpa

In London sind am Samstag Aktivisten der „Black Lives Matter“-Bewegung mit rechten Gegendemonstranten aneinandergeraten. Als die Lage eskalierte, ging ein mutmaßlich rechter Demonstrant zu Boden. Der schwarze Aktivist Patrick Hutchinson beobachtete den Vorfall und schritt ein, berichtete „The Guardian“. Er nahm den benommenen Mann über die Schulter und trug ihn aus dem Tumult in Richtung der Polizisten. Gegenüber dem britischen „Channel 4“ erklärte Hutchinson: „Sein Leben war in Gefahr. In so einem Moment denkst du nicht. Du tust einfach, was du tun musst.“

„Ich beschütze nicht ihn, sondern unsere Zukunft“

Wie „The Guardian“ weiter berichtete, seien Hutchinson und seine Freunde vor Ort gewesen, um „den Frieden zu wahren“ und für Sicherheit zu sorgen. „Wenn die drei Polizisten, die um George Floyd herumstanden, als er ermordet wurde, eingegriffen hätten, so wie wir es [bei den Protesten] getan haben, würde George Floyd heute noch leben“, so Hutchinson laut „Channel 4“.

Er und seine Freunde, die Kampfsportarten beherrschen und in der Security-Szene tätig seien, hätten beobachtet, wie ein Mann während der Demonstrationen zu Boden ging. Sein Leben sei in Gefahr gewesen, also habe Hutchinson gehandelt und ihn zusammen mit den anderen Aktivisten in Sicherheit gebracht. Jamaine Facey, Personal Trainer und Freund Hutchinsons, schützte den Kopf des verletzten Demonstranten und sagte „Channel 4″: „Ich beschütze nicht ihn. Ich beschütze unsere Kinder und ihre Zukunft. Weil ich weiß, wie ein Richter die Situation gesehen hätte.“

„Menschlichkeit und Handlungen wie diese werden Hass immer besiegen“

Insgesamt 113 Menschen wurden bei den Protesten am Samstag in London verhaftet. Auch in anderen Städten wie Bolton und Bristol kam es zu Protesten. Das Bild von Patrick Hutchinsons Rettung geht derzeit um die Welt und seine selbstlose Aktion wird in den sozialen Medien hochgelobt.

„Inspirierend. Toller Kerl und auch seine Freunde, die mitgeholfen haben. Menschen wie sie repräsentieren Großbritannien und nicht die gewalttätigen Idioten“, schrieb eine Nutzerin bei Twitter unter dem Interview mit Patrick Hutchinson. „Menschlichkeit und Handlungen wie diese werden Hass und Intoleranz immer besiegen“, lautet ein weiterer Kommentar.

Lesen Sie jetzt