47 Corona-Tote in Potsdamer Klinikum: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Corona-Tote

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nach einem Corona-Ausbruch im März Ermittlungen gegen Beschäftigte des Ernst von Bergmann-Klinikums eingeleitet. Corona-Regeln sollen verletzt worden sein.

Potsdam

15.06.2020, 14:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im März hatte es im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Im März hatte es im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. © picture alliance/dpa

Nach dem Corona-Ausbruch im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum Anfang März ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung gegen Mediziner und die zwischenzeitlich beurlaubte Geschäftsführung.

Es würden zureichende tatsächliche Anhaltspunkte bestehen, dass sich Patienten während ihrer stationären Behandlung in dem Krankenhaus „durch pflichtwidrige Versäumnisse der Beschuldigten mit dem SARS-CoV-2 Virus vermeidbar infiziert“ hätten und „ein Teil von ihnen infolge der hervorgerufenen Infektion an Covid-19 verstorben“ seien, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft, aus der die „Märkische Allgemeine Zeitung“ zitiert.

Häufung von Infektionen

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. 47 Corona-Patienten sind in dem Klinikum gestorben. Der Oberbürgermeister hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt.

Die Klinik, für die zwischenzeitlich ein Aufnahmestopp von Patienten mit Ausnahme von Notfällen galt, räumte im Mai Fehler ein. Sie erklärte, die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen. Eine Expertenkommission will den Ausbruch aufarbeiten.

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