Das Lippe Bad, hier im April 2017, ist aufgrund seiner Passivhaustechnologie sehr effizient. © Foto: Goldstein
2 Millionen Besucher

Zehn Jahre Lippe Bad Lünen: Keine Feierlichkeiten zum Jubiläum

Seit zehn Jahren hat sich das Lippe Bad zum Besuchermagneten entwickelt und steht generell gut da, auch dank der Passivhaustechnologie. Grund genug zum Feiern wäre, wird es aber nicht.

Insgesamt knapp zwei Millionen Badegäste durften die Stadtwerke Lünen als Betreiber des Lippe Bads seit der Eröffnung 2011 begrüßen. „Damit ist das Lippe-Bad eine der erfolgreichsten und meistbesuchten Sport- und Freizeiteinrichtungen in Lünen“, freut sich Jasmin Teuteberg, Pressesprecherin der Stadtwerke Lünen. Aufgrund der Pandemiesituation und deren bedingte Schließungen sind die Jahre 2020/21 bisher die mit den niedrigsten Besucherzahlen.

Das Bad mit seinen fünf Beckenbereichen hat einiges zu bieten. Neben einem Variobecken mit Sprunganlagen sowie einem Sport- und Schwimmerbecken gibt es ein Hubboden-Becken, ein Warm- und Erholungsbecken mit Massagedüsen und ein Kleinkinderbecken mit Breitrutsche.

Passivhaustechnologie hat sich bewährt

Ein besonderer Vorteil des Lippe Bads sei die Passivhaustechnologie. Diese hat sich laut Jasmin Teuteberg sehr gut bewährt. Das Lippe Bad nehme einen Vorbildcharakter zur Errichtung von Hallenbädern in Passivhausbauweise ein und diene als Referenzobjekt für viele Kommunen und Ingenieurbüros.

Die Lüner gehen gerne ins Lippe Bad.
Die Lüner gehen gerne ins Lippe Bad. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Im „Passivhaus“ Lippe Bad gibt es eine verbesserte Wärmedämmung an der Gebäudehülle und eine Dreifach-Verglasung. Wärmeverluste werden verringert und eine höhere Raumluftfeuchte ermöglicht. Ein ehemaliges Fernheizwerk wurde umgenutzt und um ein 25 Meter langes Schwimmbecken ergänzt.

Im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und mit Unterstützung der Bädergesellschaft Lünen wurde im Juni 2018 ein detaillierter Bericht durch das Passivhaus-Institut erarbeitet: „Passivhaus-Konzept für Hallenbäder: Datenauswertung und Empfehlungen“. Ergänzend zu dem ausführlichen Bericht wurde ein Kurzleitfaden, ein ausführlicher Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen und eine Checkliste zur Betriebskontrolle und -optimierung veröffentlicht.

Betriebskosten sind niedrig

Passivhaus-Schwimmbäder sparen laut des Berichts in erheblichem Umfang Betriebskosten und können kommunale Haushalte deutlich entlasten, erklärt das Passivhaus-Institut in seinem Bericht. „Die gewonnenen Erkenntnisse und Planungswerte erleichtern es, die wesentlichen Einflussfaktoren für die Planung, den Bau und den Betrieb von energieeffizienten Hallenbädern zu identifizieren und zu optimieren.“

Die Bauweise des Lippe Bads bedeutet bei einer Wasserfläche von 830 Quadratmetern und einer Energiebezugsfläche von 3.912 Quadratmetern Einsparungen von circa 250.000 Euro pro Jahr im Vergleich zu den damaligen (zum Zeitpunkt der Errichtung) Vorgaben der EnEV-Bauweise. Auch im Wasser- und Abwasserbereich wird gespart. Die Monitoring-Ergebnisse bei den Endenergie-Verbrauchswerten zeigen über 50 Prozent Einsparung gegenüber dem damaligen EnEV-Standard.

Die Zukunft im Blick

Um gut für die Zukunft aufgestellt zu sein, werden stets die Weiterentwicklungen in der Bädertechnik verfolgt. Aktuell sind jedoch keine technischen Überarbeitungen geplant. Das Bad setzt vor allem auf die jährlichen Revisionen und täglichen Prüfungen der Wasseraufbereitung. Besonders über die engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeiter sei man froh, lobt Jasmin Teuteberg.

Auch wenn es durchaus Grund zum Feiern gäbe, ist dies aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich. „Aufgrund der noch immer bestehenden Pandemielage und der damit einhergehenden erforderlichen Schutz- und Hygienevorschriften sind keine Feierlichkeiten geplant“, bedauert Jasmin Teuteberg.

Freibad schließt für 2021

Das Freibad Cappenberger See kann übrigens trotz sommerlicher Temperaturen seine Saison nicht verlängern. Grund ist, dass die Wassertemperatur aufgrund der kühlen Nachttemperaturen zu stark absinkt. „Hinzu kommt, dass sich das Freibad Cappenberger See bereits in den ersten Zügen der Einwinterung befindet, sodass hier keine spontane Öffnung mehr möglich ist“, erläutert Jasmin Teuteberg.

Ihre Autoren
Freier Mitarbeiter
Freier Mitarbeiter
Seit über zehn Jahren als freier Journalist tätig und seit einigen Jahren auch für die Ruhr Nachrichten. Ich schreibe gerne über Menschen und ihre Geschichten.
Zur Autorenseite
Avatar

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.