Der Weihnachtsmarkt in der Lüner Innenstadt wird coronabedingt nicht wie auf diesem Archivbild stattfinden können. Einige Schausteller dürfen ihre Buden aber dennoch aufbauen. © Goldstein (A)
Meinung

Weihnachtsmarkt versus Drachenfest: Es fehlen schlüssige Regeln

Warum darf der Weihnachtsmarkt stattfinden, das Drachenfest aber nicht? Veranstalter argumentieren nach Richtlinien. Und genau hier liegt das Problem, findet unser Autor.

Dass Drachenfest, Lünsche Mess und auch das Naturfotofestival der fehlenden Planungssicherheit 2021 zum Opfer fielen, ist bitter. Aber zumindest nachvollziehbar. Dass der Weihnachtsmarkt mit Blick auf die aktuelle Lage zumindest geplant wird, auch.

Schwieriger wird es bei den Regeln und Vorgaben, die vom Land gemacht werden. Ein Zaun hätte um das Gelände des Drachenfests gezogen werden müssen, für den Weihnachtsmarkt ist das – Sonderregelung für Innenstädte sei Dank – nicht nötig.

Und während eine konsequente Kontrolle der 3G-Regeln das Drachenfest unmöglich machte, reichen auf dem Weihnachtsmarkt – Sonderregelung für Spezialmärkte sei Dank – auch Kontrollen in Stichprobenform.

Zeitgleich dürfen einige Kilometer südlich von Lünen bei Heimspielen des BVB bis zu 67.000 Fans ins Stadion. Hier dann mit 2G mit Ausnahmen für Fußball-Fans, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

Um das nicht ins falsche Licht zu rücken: Dass Veranstalter versuchen alle Auflagen zu erfüllen, um möglichst viel Publikum zu erreichen, ist gut nachvollziehbar.

Für den Gesetzgeber gäbe es eine einfachere Möglichkeit: Eine Impfpflicht. Ach ja: Böses Wort. Völlig unverständliche Regeln mit 2G/3G, die faktisch aufs Gleiche herauslaufen, sind aber auch nicht besser.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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