Klassenfahrten sind für viele Schülerinnen und Schüler die Höhepunkte der Schullaufbahn. Fotos wie diese Archivaufnahme von einer Klassenfahrt der Heinrich-Bußmann-Schule von 2016 wird es in diesem Jahr bis zu den Sommerferien keine geben. © Heinrich-Bußmann-Schule (A)
Klassenfahrten

Viele Lüner Schulen müssen wegen Corona-Pandemie Buchungen stornieren

Klassenfahrten sind für Schülerinnen und Schüler auch im Nachhinein noch einer der Höhepunkte der Schulzeit. Corona macht aber auch durch die einen dicken Strich. Alles wird abgesagt.

Klassen- oder Stufenfahrten wird es in diesem Schuljahr nicht mehr geben. Laut einer Anweisung des Schulministeriums sind alle Pläne dieser Art zu canceln. Für die weiterführenden Schulen in Lünen kommt das nicht überraschend – viele handelten schon vor dem Erlass.

Planungen liefen ohnehin zögerlich

„Wir haben in weiser Voraussicht kaum etwas geplant“, sagt Christian Gröne, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. „Wir hatten mit der Schulpflegschaft entsprechende Absprachen getroffen.“ Lediglich in einem Jahrgang mussten dann Stornierungsgebühren gezahlt werden, doch die fielen gering aus, und die Schule konnte die Eltern finanziell unterstützen.

Auch an der Profilschule wurde alles abgesagt, was für die Jahrgänge sechs und acht geplant gewesen war. Anders am Gymnasium Altlünen: „Bei uns fällt nichts aus, weil wir gar nichts geplant hatten“, würde sich Schulleiter Reiner Hohl glatt freuen, wenn der Hintergrund nicht so Ernst wäre. „Wir haben jetzt nur storniert, was zuvor verschoben worden war. Die Austauschfahrten können wir nicht retten, da gibt es überhaupt keine Perspektive“, sagt Hohl mit Blick auf das große Fragezeichen, dass hinter Auslandsreisen steht.

Reisen schon vor dem Erlass storniert

Ende April hätte eigentlich die Ludwig-Uhland-Realschule mit den 7. und 8. Klassen eine kleine Fahrt nach Nordwalde machen wollen, „aber das haben wir schon vor zwölf Wochen storniert“, sagt Schulleiter Benjamin Müller. „Noch vor dem Erlass des Ministeriums. Ende April zu verreisen, das war einfach utopisch.“

Gehofft und mit den Zehnern gezittert hatte der Schulleiter noch um deren Abschlussfahrt nach Berlin im Juni. „Da hatten die sich wirklich drauf gefreut“, bedauert Müller, dass diese Reise nun ein für alle Mal gestrichen werden musste.

„Die Anzahlung haben wir aber anstandslos vom Veranstalter zurückbekommen und werden das Geld nun an die Eltern zurückzahlen“, verspricht Müller, dass das komplett automatisch ginge und sich die Eltern um nichts zu kümmern bräuchten.

Planungen für die Zukunft laufen nur ohne Kostenrisiko

Was die Zeit nach Herbst betrifft, da sind alle Schulleiter noch vorsichtig. Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule verreist grundsätzlich vor den Herbst- und vor den Osterferien. „Fahrten nach Ausschwitz, Austauschfahrten mit dem Erasmus-Programm“, sagt Christian Gröne. Ob dies im Herbst möglich sein wird, mag er nicht pro­phe­zei­en.

Er hofft eher auf das Frühjahr nächsten Jahres. „Mit den Herbstferien bin ich vorsichtig. Die Kollegen stehen in den Startlöchern. Allerdings haben wir nur festgemacht, was wir bis zu den Sommerferien auch noch kostenlos stornieren können.“ Kurz vor den Ferien werde also eine Entscheidung gefällt werden müssen, sagt Gröne. „Und ob die klassischen Herbstfahrten dann ins Frühjahr verlegt werden, müssen wir noch mit der Schulpflegschaft besprechen.“

Spontane Reisen bei Erlaubnis werden zu einer Herausforderung

Zumindest für die Fünftklässler, für die es auch einen Kennenlernfahrt werden soll, will das Gymnasium Altlünen den Termin verschieben. „Wir versuchen, da den Fuß in der Tür zu behalten“, sagt Reiner Hohl. Denn Klassenfahrten werden in normalen Zeiten zwei Jahre im Voraus geplant. „Wenn es möglich und verantwortbar ist, werden wir wieder fahren.“ Allein bei Auslandsfahrten wolle man spontan reagieren. „Das ist schon eine Herausforderung“, sagt der Schulleiter, der sich derzeit nur mit verschobenen Reisen befasst. „Neuplanungen sind auf Eis gelegt.“

Auch an der Ludwig-Uhland-Schule spielt Schulleiter Benjamin Müller auf Zeit. „Die Herbstplanung läuft ganz vorsichtig, aber für die nächsten Zehner wollen wir im Moment noch keine Buchung tätigen.“ Dabei brauche man mindestens ein Jahr Vorlaufzeit, wenn 100 bis 110 Schülerinnen und Schüler gemeinsam verreisen wollen.

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