Auch das Groppenbrucher Naturschutzgebiet ist zur Zeit ein Winterwunderland, dass zu Spaziergängen im Schnee einlädt. © Textoris
Brambauer

Stadt will neue 50-Prozent-Stelle zur Stadtteilkoordination schaffen

Die Erfahrungen im Geistviertel waren gut: Nun soll auch in Brambauer ein Stadtteilmanager eingesetzt werden. Der Stadtrat soll über die Schaffung einer halben Stelle dafür entscheiden.

Brambauer ist ein Sorgenkind: bei den Einwohnern des größten Lüner Stadtteils wie auch bei der Verwaltung. Nun will die Verwaltung bei Zustimmung des Stadtrats aber die Weichen in Richtung einer guten Zukunft stellen.

Zunächst einmal muss dafür Geld in die Hand genommen werden. Die Stadt Lünen möchte eine halbe Stelle schaffen – und der Stelleninhaber oder die Inhaberin soll für die Quartierskoordination in Brambauer eingesetzt werden. Weil der Stadtteil für eine einzelne Person, zudem noch mit 50-Prozent-Stelle, jedoch zu groß ist, soll sich die Koordination zunächst schwerpunktmäßig auf bestimmte Bereiche konzentrieren.

Brambauer ist nicht überall gleich

Denn, so heißt es in der Vorlage zur politischen Beratung, in Brambauer gäbe es nicht nur unterschiedliche städtebauliche, sondern auch soziale Strukturen. So schwankt der Anteil der Sozialhilfeempfänger in den statistischen Bezirken Brambauers zwischen 7,7 und 27,9 Prozent. Zudem zeigen sich große Unterschiede bei den Indikatoren Migrationshintergrund, Kinder unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften und Wohngeldquote. Alles innerhalb eines Stadtteils.

Folgende Bereiche, in denen Hilfe gefragt ist, rücken daher künftig in den Mittelpunkt des Interesses: Der Bereich westlich der Waltroper Straße/nördlich der Mengeder Straße (inkl. „Neue Kolonie“), der Teilbereich östlich der Waltroper Straße/nördlich der Königsheide, der Bereich südlich der Königsheide/östlich der Brechtener Straße (inkl. „Alte Kolonie“ und Verkehrshof). Allerdings, so betont die Verwaltung, soll die Eingrenzung nicht als feste Begrenzung verstanden werden.


Dieser Bereich, in dem etwa 7000 Menschen leben, stelle lediglich den Hauptaktionsraum für die Gemeinwesenarbeit in Brambauer dar. Darunter fallen die Themenbereiche Integration & Stadtteilleben, Kinder & Jugendliche, Förderung und Stärkung des Ehrenamtes sowie Gesundheit und Arbeitsmarktintegration. Förderprogramme befassen sich teilweise schon jetzt mit diesen Schwerpunkten.

Allumfassendes Konzept soll entwickelt werden

Das Aufgabenfeld der Koordination ist aber weiter gefasst als nur einen Blick auf das Zusammenleben der Menschen zu haben. So sollen

Stadtentwicklungsprojekte beantragt und gemanagt werden. Mit einem Projekt für Leerstände geht es schon los. Aber auch Sanierungskonzepte für die unterschiedlichen Haustypen im Stadtteil sollen erstellt werden. Es geht um Standortentwicklung und Standortmarketing. Dazu sollen Beratungsgespräche mit Hauseigentümern geführt und Bauprojekte begleitet werden. Die Infrastruktur des Stadtteils soll weiterentwickelt werden und unterm Strich ein Integriertes Entwicklungskonzept entstehen, dessen Handlungsempfehlungen mit bereits vorhandenen und beabsichtigten Konzepten, Projekten und Beschlüssen einhergehen sollen.

Stadt soll 250.000 Euro ausgeben dürfen

Für die Erstellung des Integrierten Handlungskonzepts müssen 250.000 Euro in die Hand genommen werden. Eine Summe, die einst von der GFL-Fraktion beantragt worden war. Das Handlungskonzept soll dann ab 2022 konkret erarbeitet werden.

Von dieser Vorgehensweise soll am Ende nicht nur Brambauer profitieren, sondern die gesamte Stadt. Denn mit dem Konzept wird das Ziel verfolgt, eine Grundlage für eine einheitliche Vorgehensweise in den Lüner Quartieren zu schaffen.

Unabhängig davon, was schon in anderen Stadtvierteln oder Quartieren passiert sei, werde eine Klammer geschaffen. „Die politische Zielbestimmung und deren kontinuierliche Überprüfung sowie die bürgerschaftliche Beteiligung werden sichergestellt und beständig weiterentwickelt“, argumentiert die Verwaltung. „Unter den jeweiligen finanziellen und personellen Voraussetzungen“ könne so „eine Perspektive für das gesamte Stadtgebiet“ geschaffen werden.

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