Wird es zu kalt in den Klassenräumen, fällt der Unterricht aus. © dpa
Corona

Stadt Lünen legt sich fest: So warm muss es in Klassenräumen sein

Durch das ständige coronabedingte Lüften wird es im Herbst und Winter ruckzuck kalt in Lünens Klassenräumen - zum Leidwesen der Lehrkörper und der Schüler. Es gibt aber eine Schmerzgrenze.

Wie warm muss es mindestens in Lüner Klassenräumen sein, damit dort unterrichtet werden darf, damit das Lehrpersonal und die Schüler wegen des ständigen coronabedingten Lüftens nicht vor Eiseskä lte erstarren?

Mit dieser Frage hat sich die Schulverwaltung nicht zuletzt auf Nachfrage unserer Redaktion intensiv beschäftigt und uns am Donnerstag (11. November) folgende Antwort schriftlich gegeben:

  • „Aufgrund der fehlenden örtlichen Regelungen hinsichtlich der Normtemperatur in Schulen, werden die Vorgaben des Deutschen Städtetages sowie die DIN EN 12831 zur Bewertung der Temperaturen in den Schulräumen zu Grunde gelegt.“
  • Hiernach betrage die Normtemperatur in Wohnräumen – Schulräume werden als Wohnräume betrachtet – 20 Grad Celsius, wobei zu Beginn des Unterrichts die Raumtemperatur 17 bis 19 Grad Celsius betragen dürfe, hieß es weiter – und:
  • „Die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) versucht dennoch schon zu Unterrichtsbeginn die 20 Grad Celsius durch entsprechende Einstellungen der Heizungsanlagen zu erreichen.“

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts

Darüber hinaus sagte Stadtsprecher Daniel Claeßen im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die „aktuellen Hinweise und Empfehlungen durch das Umweltbundesamt und das Robert-Koch-Institut in der pandemischen Lage besagen, dass die Unterrichtsräume alle 15 bis 20 Minuten für 3 bis 5 Minuten gelüftet werden sollen“.

Ziel sei es, sagte Claeßen weiter, einen Aerosolaustausch zu gewährleisten. Dadurch sinke zwar kurzfristig die Raumlufttemperatur ab, die nach dem Schließen der Fenster in sehr kurzer Zeit aber wieder die 20 Grad Celsius erreichten.

Fenster in Kippstellung

„Vielfach ist aber zu beobachten, dass die Fenster dauerhaft in Kippstellung geöffnet sind. Ein Aerosolaustausch findet dadurch nicht zielgerichtet statt und weiterhin kühlen die Raumumschließungsflächen (Wände, Decken und Fußböden) aus“, betonte der Stadtsprecher:

„Hierdurch wird die Raumtemperatur und die Raumlufttemperatur dauerhaft gesenkt und kein Heizsystem kann, aufgrund der technischen Berechnung und Auslegung, einen Ausgleich hierfür erbringen.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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