Seit zehn Jahren gibt es das Lippe Bad und genauso lange ist Wilfried Weineck mindestens zwei Mal die Woche dort als Schwimmer zu Gast. © Günther Goldstein
Schwimmen

Schwimmer aus Lünen ist aus vielen Gründen Stammgast im Lippe Bad

Schwimmen hat Wilfried Weineck schon als Kind gelernt. Heute schwimmt er im Lippe Bad, das am 9. September zehn Jahre alt wird. Er ist immer noch begeistert vom Lüner Hallenbad.

Seit mehr als 20 Jahren gehört Schwimmen für Wilfried Weineck einfach zum Leben dazu. „Als ich so 50 wurde, dachte ich, jetzt musst du was tun und hab mit Frühschwimmen begonnen“, so der frühere Lüner SPD-Ratsherr und Leiter des Lüner Stadthafens. Zwei Tage nach der Eröffnung des Lippe Bades vor zehn Jahren war er das erste Mal dort – seitdem immer wieder.

Vom Wasser ins Büro

In diesem Jahr feiert Wilfried Weineck seinen 73. Geburtstag, ist längst Rentner. Fit hält er sich aber weiter, wenn auch nicht mehr ganz so früh morgens. „Als ich noch gearbeitet habe, war ich um 7 Uhr im Wasser und eine gute Stunde später im Büro“, erzählt er. Heute gibt es andere lieb gewordene Rituale – erst mit seiner Frau frühstücken und die Zeitung lesen, danach dann ins Lippe Bad.

Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Hugo Becker verlässt das Becken. Mit einem Sprung ins kühle Nass hatte er das Lippe Bad 2011 offiziell eröffnet.
Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Hugo Becker verlässt das Becken. Mit einem Sprung ins kühle Nass hatte er das Lippe Bad 2011 offiziell eröffnet. © Peter Fiedler (Archiv) © Peter Fiedler (Archiv)

Zwei bis drei Mal die Woche steht Schwimmen auf seinem Tagesplan. „Mindestens 1000 Meter und dann fast alle Lagen, Brustschwimmen, Rückenschwimmen und Kraulen.“ Er fühlt sich wohl im Lippe Bad: „Es ist für mich und viele, die ebenfalls regelmäßig dort schwimmen, ein sehr gepflegtes, immer sauberes Bad mit freundlichem Personal.“

Das Bild zeigt einen Eindruck vom Richtfest am Lippe Bad.
Das Bild zeigt einen Eindruck vom Richtfest am Lippe Bad. © Dieter Hirsch (Archiv) © Dieter Hirsch (Archiv)

Einen wichtigen Unterschied zu den lange abgerissenen Hallenbädern an der Laakstraße und der Dortmunder Straße hat Weineck außerdem ausgemacht. „Früher gab es oft Krach wegen der schmaleren Bahnen, weil manche auf ihrer Bahn bestanden und sauer wurden, wenn ihnen andere in den Weg schwammen. Im Lippe Bad hab ich das nie erlebt.“ Auch nicht, wenn Schul- oder Vereinsschwimmen ist. „Es geht immer gesittet zu.“ Zudem, so seine Beobachtung, nützten viele Schulen die ihnen zustehenden Zeiten gar nicht aus.

Gegenseitige Rücksichtnahme

„Wer wie ich regelmäßig ins Bad kommt, weiß dass zwischen 9 und 10 Uhr und dann wieder zwischen 11 und 12 Uhr die Zeiten sind, in denen die Schulen meistens nicht da sind.“ Gegenseitige Rücksichtnahme sei aber auch sonst absolut normal im Lippe Bad.

Nur selten geht Weineck am Wochenende ins Lippe Bad: „Das vermeidet man als Rentner, denn dann haben ja die Familien mit Kindern und die Berufstätigen Zeit, das Bad zu nutzen und es ist natürlich voller als unter der Woche.“

Schwimmen hat er schon als Kind gelernt, denn es war in seiner Familie üblich, dass man schwimmen konnte, bevor man in die Schule kam. „Ich hab es im Kanal gelernt.“ Jahrzehnte später, als er mit 50 wieder regelmäßig seine Bahnen zog, merkte er schnell, dass Schwimmen gut für seinen Rücken ist.

Im Sommer, wenn das Lippe Bad geschlossen ist, geht er gerne ins Freibad Cappenberger See: „Sogar ein bisschen lieber als ins Hallenbad.“ Dort zieht er im Sportbecken mit den 50 Metern Länge seine Bahnen. Im Lippe Bad hat das Schwimmerbecken 25-Meter-Bahnen.

Regional bekannt

„Wenn man auf die Autokennzeichen auf dem Parkplatz am Freibad achtet, sieht man Autos aus Dortmund, Herne, Waltrop und sogar Bochum. Und hört von den Leuten, dass sie so ein gepflegtes Freibad mit so tollen Wasserflächen nur selten gesehen hätten.“ Auch im Lippe Bad beeindruckt Weineck die Sauberkeit der Kabinen und auch der Sanitärräume. „Die Putzleute kommen sofort und achten darauf, dass alles sauber bleibt.“

Zur Eröffnung gab es an der Infologe im Foyer Flyer mit allem Wissenswerten über das Lippe Bad.
Zur Eröffnung gab es an der Infologe im Foyer Flyer mit allem Wissenswerten über das Lippe Bad. © Peter Fiedler (Archiv) © Peter Fiedler (Archiv)

Weineck holt sich immer eine 100er-Karte, da ist der Eintritt preiswerter als bei Einzelkarten. Er findet aber auch, dass die Eintrittspreise angemessen sind: „Andere Freizeit-Aktivitäten sind wesentlich teurer, sogar ein Besuch im Café mit der ganzen Familie.“

Dass das Personal im Hallen- und im Freibad sich als Dienstleister versteht, findet der Vielschwimmer gut. „Es ist sogar möglich, ohne Anmeldung seine Schwimmabzeichen zu machen.“ Er hat spontan gefragt, ob er zwei Schwimmprüfungen fürs Sportabzeichen in Gold absolvieren könne – konnte er problemlos. „Vor vielen Jahren war der Ton viel aggressiver und die Schwimmmeister mit der Trillerpfeife unterwegs, das hat sich komplett gewandelt.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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