Die meisten Klassenräume in Dortmund bleiben nach den Osterferien erstmal leer. (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Meinung

Schulchaos in NRW: Wenn schon keine klare Linie, dann Ehrlichkeit

Was für ein Chaos. Am vorletzten Ferientag fallen die Würfel ganz neu: doch Distanzunterricht in NRW. Unsere Autorin ist gespannt, wie viele Bildschirme am Montag dunkel bleiben werden.

Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat die Reißleine gezogen: doch lieber Distanzunterricht ab Montag. Das „unsicher einzuschätzende und schwer zu bewertende Infektionsgeschehen“ nennt die FDP-Politikerin als Begründung für ihre Kehrtwende am Donnerstag. Als sei das vorher je ein Hindernis gewesen.

Schon im November war das Infektionsgeschehen undurchsichtig. Damals hatte Gebauer der Lüner Käthe-Kollwitz-Gesamtschule untersagt, Wechselunterricht zu machen. Stattdessen wurden alle zum Präsenzunterricht verdonnert. Im März war das Infektionsgeschehen immer noch unvorhersehbar. Zu diesem Zeitpunkt machte Gebauer den Wechselunterricht zur Blaupause für ganz NRW. Und jetzt – das Infektionsgeschehen ist nicht weniger berechenbar als zuvor – lautet die neueste Ansage: Distanzunterricht.

Die Vermutung, dass es da noch andere Gründe gibt, ist naheliegend: Probleme bei der Verteilung und Durchführung der Tests an den Schulen etwa und Abstimmungsschwierigkeiten mit den anderen Kultusministern. Politikerinnen und Politiker haben es derzeit schwer. Fast so schwer wie Eltern, die mit eineinhalb Werktagen Vorlauf die Kinderbetreuung organisieren müssen. Wie Lehrerinnen und Lehrer, die plötzlich den Unterricht neu planen müssen. Und wie die Kinder und Jugendlichen, die gerade ein neues Kapitel lernen: politische Verantwortung.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
Zur Autorenseite
Sylvia vom Hofe
Lesen Sie jetzt