Meinung

Schock über Tierquälerei: Hört auf Euer Herz und nicht auf den Geldbeutel

Wer wenig Geld für Tierwohl ausgibt, der braucht sich auch nicht wundern, wenn er schreckliche Bilder wie die aus Selm und Werne sieht. Wir müssen handeln, findet unsere Autorin.
Wer keine grausamen Bilder sehen möchte, muss mehr Geld ausgeben. Unter anderem. © dpa

„Es trifft uns mitten ins Herz“, sagt der Psychotherapeut und Trauma-Experte Christian Lüdke zu den schrecklichen Bildern, die in der Viehsammelstelle der Firma Mecke entstanden sind. Und er macht noch etwas deutlich: Es liegt an jedem Einzelnen zu entscheiden, möchte man in Kauf nehmen, dass man solche Bilder sieht, nur um sehr günstiges Fleisch zu kaufen?

Ich selbst habe für mich schon länger die Konsequenz gezogen, dass ich gar kein Fleisch mehr esse. Das muss aber auch nicht die Konsequenz für andere Menschen sein. Ich selbst muss mich zum Beispiel an die eigene Nase packen, wenn es um den Kauf von Kleidung geht. Günstig ist verlockend, aber den Preis dafür, den zahlen dann andere – eben die Menschen, die dann in einer Firma in Bangladesch ausgebeutet werden. Bei Tieren ist es nicht anders.

Nur, dass mir das ganze System noch kaputter zu sein scheint. Hier braucht man meiner Meinung nach einen System-Wechsel. Die Politik muss entschieden handeln, Landwirte müssen handeln, Verbraucher müssen sich entscheiden, dass sie solche Bilder nicht mehr sehen möchten und bereit sind, mehr zu zahlen. Das ist ganz schön viel. Jeder sollte bei sich anfangen und in Frage stellen, ob er wirklich nicht mehr ausgeben kann. Da sollten wir, um bei Christian Lüdkes Bild zu bleiben, auf unser Herz hören und nicht auf den Geldbeutel.

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