Apothekerin Dr. Susanne Streich in Schutzkleidung mit einem Schnelltest: Die Auflagen sind streng. © Streich-Apotheke
Corona-Schnelltests

Schnelltests in Lünen: So haben sich einige Apotheken vorbereitet

Ob eine Corona-Infektion vorliegt, das kann ein Schnelltest anzeigen. Er darf inzwischen auch in Apotheken durchgeführt werden. Einige bieten ihn in Lünen an, andere nicht. Das hat Gründe.

Um einschätzen zu können, ob man sich mit Covid-19 infiziert hat, hilft ein Corona-Schnelltest. Seit Samstag (16.1.) kann er in Apotheken durchgeführt werden. Einige Lüner Apotheken nutzen die Möglichkeit – wieder andere halten sich zurück.

Zu den Apotheken, die die Schnelltests anbieten, gehören die Löwen-Apotheke und die Glückauf-Apotheke Streich in Brambauer. In der Streich-Apotheke kostet der Test 39 Euro und kann nach Vergabe eines Termins gemacht werden. „Als es genehmigt wurde, dass Apotheken die Tests durchführen dürfen, haben wir uns vorbereitet und losgelegt“, sagt Apothekeninhaberin Dr. Susanne Streich.

Einhaltung strenger Auflagen erforderlich

Für die Durchführung der Tests gelten strenge Auflagen. Erlaubt ist die Testung zudem nur für Personen, die keine Symptome haben und auch nicht in Quarantäne sind. Das Personal, das den Test durchführt, muss zudem verpflichtend geschult werden – „eine Einweisung bietet etwa der medizinische Dienst der Krankenkassen an“, so Michael Schmitz von der Apothekenkammer.

Das Team der Streich-Apotheke erfüllt die Vorgaben: „Wir führen die Tests während unserer Öffnungszeiten in einem extra Raum durch, der ein großes Fenster zur Belüftung hat“, sagt Streich. Die Testung bringt einen enormen materiellen Aufwand mit sich: Benötigt werden Schutzkleidung, Handschuhe und Masken. Das Personal muss sich zudem um die Meldung kümmern für den Fall, dass ein Test positiv auffällt. „Damit tragen wir dazu bei, die Infektionsketten zu unterbrechen.“

Der Test selbst sei ein wenig unangenehm, so Streich. „Es ist eben ein neuartiges Gefühl, es ist, als verschlucke man Wasser und es brennt auch leicht.“ Doch die Rückmeldung der Personen, die sich testen ließen, seien positiv: „Getestete reagieren immer total erleichtert, wenn das Ergebnis dann vorliegt“, sagt Streich.

Kapazitäten nicht vorhanden

Andere Lüner Apotheken führen keine Schnelltests durch. „Bei uns sind die Kapazitäten dafür einfach nicht vorhanden“, sagt Ulrich Heimann, Leiter der Delphin Apotheke. „Es müsste Personal abgestellt werden, das sich eigens darum kümmert und es müsste gegeben sein, dass die Patienten untergebracht werden können.“ Ein weiterer Faktor ist das Risiko, das mit den Testungen einhergeht: „Es ist immer zu befürchten, dass Leute mit Symptomen zur Testung kommen und das wäre problematisch“, sagt Dagobert Ullrich, Sprecher der Apotheken in Lünen und Leiter der Bären Apotheke.

Die Apotheken, die sich gegen Testungen entschieden haben, liefern jedoch Schnelltests, etwas an Firmen mit eigenen Ärzten oder Arztpraxen. „Die Tests sind praktisch für Situationen, in denen sich engerer Kontakt nicht vermeiden lässt – etwa bei einem wichtigen Geschäftsmeeting oder für Klausuren“, so Michael Schmitz. „Wir müssen ja auch schauen, dass wir in irgendeiner Form wieder zur Normalität zurückkehren können – und da werden die Schnelltests sicher eine Rolle spielen.“

Nicht für privaten Gebrauch geeignet

Für den privaten Gebrauch seien die Tests jedoch nicht geeignet – und auch noch nicht erlaubt. „Die Tests sind medizinisch geschultem Personal vorbehalten“, sagt Susanne Streich. „Bei privater Nutzung besteht die Gefahr, dass das Meldewesen untergraben wird – etwa wenn sich jemand selbst positiv testet und Angst hat, es anzugeben. Dann wäre der ganze Sinn der Infektionskettenunterbrechung dahin.“ Zudem seien die Tests nicht so empfindlich wie die PCR-Tests, die bereits bei geringen Mengen der Corona-Viren anschlagen.

Schmitz jedoch schließt nicht aus, dass es irgendwann Tests geben wird, die man privat anwenden kann. „Wir erleben da derzeit eine rasante Entwicklung. In vier Wochen könnte wieder etwas möglich sein, von dem wir nie gedacht hätten, dass es so sein wird.“

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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