Roboter-Wettbewerb: „Schollibotics“ aus Lünen gewinnen Olympiade

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Niklas Erpelding, Paul Krohn und Kyell da Luz Gomes standen beim WRO Wettbewerb Future Innovators mit ihrem Roboter ganz oben auf dem Treppchen.
Niklas Erpelding, Paul Krohn und Kyell da Luz Gomes (v.l.) von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen standen beim WRO Wettbewerb Future Innovators mit ihrem Roboter ganz oben auf dem Treppchen. © Technik-begeistert e.V.
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Vor gut zwölf Jahren wurde an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen eine Roboter-AG gegründet. Mit Hilfe der Lego-Technik tüfteln die Jungen und Mädchen aller Altersgruppen auf verschiedenen Niveaus an computergesteuerten, selbstgebauten Robotern, die unterschiedliche Aufgaben ausführen müssen. Hierbei nehmen die Gruppen immer wieder mit großem Erfolg an nationalen und internationalen Wettbewerben teil. Nun hat sich ein Roboter-Team aus Lünen bei der World Robot Olympiad (WRO) erneut gegen viele andere Schüler durchgesetzt.

In der Kategorie „Future Innovators“ gingen die „Schollibotics“ der Geschwister-Scholl-Gesamtschule als Sieger hervor und qualifizieren sich damit für das Weltfinale, das vom 17. bis 19. November in Dortmund stattfindet. Aufgabe in diesem Jahr war die Entwicklung eines Roboters, welcher Menschen im täglichen Leben unterstützt.

Das Robotersystem der „Schollibotics“ befasst sich mit der Problemstellung, dass ältere Menschen in ihrem täglichen Leben von den Errungenschaften der Digitalisierung von Haushalt und Gesundheitswesen profitieren könnten, mit deren Bedienung aber oftmals überfordert sind.

Roboter für den Alltag

Die Gruppe hat daher einen humanoiden Roboter entwickelt, welcher eine einfache Schnittstelle zu all den SmartHome- und Gesundheitsapplikationen bereitstellt, die der Anwender nutzen möchte. Der Roboter wird über natürliche Sprache bedient, wie man es bereits von Sprachassistenten wie Alexa kennt. Er kann über sein bewegliches Gesicht aber auch Emotionen ausdrücken, um eine Beziehung zum Nutzer aufzubauen.

Der von den Lüner Schülern entwickelte Roboter soll älteren Menschen den Alltag erleichtern.
Der von den Lüner Schülern entwickelte Roboter soll älteren Menschen den Alltag erleichtern. © Technik-begeistert e.V.

Darüber hinaus nutzt er eine Kamera und Fingerabdruck-Sensoren zur eindeutigen Identifikation eines Nutzers. Ein besonderer Punkt ist zudem, dass für diese Funktionen ausschließlich lokal installierte Software und keine Internetdienste wie Google und Apple genutzt werden. Die einzige Schnittstelle nach außen kontrolliert sehr genau, welche Informationen wohin abfließen dürfen. Somit ist die strikte Einhaltung des Datenschutzes bei den oft sensiblen Gesundheits- und Verhaltensdaten, die im Haus anfallen, sicher gewährleistet.

Entwicklung von Geschäftsmodellen

Das Robotersystem kann am Markt bereits erhältliche Peripherie-Module von spezialisierten Drittanbietern – wie etwa medizinische Sensoren, barrierefreie Küchenmöbel – integrieren. Wo es keine bereits verfügbaren integrierbaren Lösungen gibt, kann das System auch selbst entwickelte Module (automatische Medikamentenausgabe) bereitstellen. Über das Modulkonzept kann jeweils eine individuell auf den sich ändernden Bedarf des Nutzers zugeschnittene Zusammenstellung von Peripheriegeräten und -Systemen eingesetzt werden.

Neben der Entwicklung des eigentlichen Robotersystems gehörte zu den gestellten Aufgaben auch, sich Gedanken über mögliche Geschäftsmodelle, soziale Auswirkungen und Bedarf in der Bevölkerung sowohl im eigenen Land als auch international zu machen. Ziel der WRO-Projekte ist es, einen möglichst realistischen Eindruck von der Entwicklungsarbeit in Unternehmen oder auch in einem eigenen Start-Up zu vermitteln.