Der Angeklagte im Prozess am Dortmunder Landgericht fühlt sich selbst auch als Opfer der Betrügerbande. © Martin von Braunschweig
Gericht

Lüner sagt in Betrugsprozess selbst aus: „Bin reingelegt worden“

Ein 52-jähriger Lüner soll einer Bande von Betrügern geholfen haben, alleinstehende Menschen auszunehmen. Vor dem Gericht hat er nun erstmals selbst ausgesagt.

Laut Anklage soll der Lüner einer Bande von Betrügern geholfen haben. In der Erklärung, die von Verteidiger Hami Civil verlesen wurde, rechnete der Angeklagte am Mittwoch (24.3.) mit einem früheren Freund und Bekannten ab. „Ich muss sagen, dass ich mich selbst auch als geschädigte Person ansehe“, verlas Civil. „Ich bin unschuldig, denn ich bin reingelegt worden.“

Nach der Version des 52-Jährigen ist die ganze Sache so abgelaufen: Sein Freund habe ihn Anfang 2017 angesprochen und gebeten, ihm seine Kontodaten zur Verfügung zu stellen. „Er sagte mir, dass er ein Hilfsprojekt für Afrika starten würde und selbst leider nur noch kein Konto habe“, so der Angeklagte. Widerstrebend habe er seinem Kumpel deshalb ausgeholfen.

Große Beträge sofort abgehoben

Als in der Folgezeit immer wieder größere Beträge auf seinem Konto eingingen, will sich der Lüner nicht gewundert haben. Denn einerseits soll sein Freund ihn vorgewarnt haben. Und andererseits habe der ominöse Hintermann stets darauf gedrängt, das Geld sofort abzuheben. „Er hat mich dazu immer auf dem Weg zur Bank begleitet“, so der 52-Jährige.

Tatsächlich stammte das Geld laut Anklage aus gemeinen Betrugstaten zum Nachteil alleinstehender Menschen. Die Kriminellen sollen den Opfern im Internet wahlweise die große Liebe oder eine dramatische Notlage vorgegaukelt und sie so zur Zahlung hoher Summen gedrängt haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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