Ines und Michele Scussel betreiben die Eisdiele in Lünen seit 1991. © Magdalene Quiring-Lategahn
Sommerzeit

Lüner Eisdiele geht in die 31. Saison: „Man muss kreativ bleiben“

Kaum stehen die ersten sommerlichen Tage vor der Tür, strömen die Menschen zu den Eisdielen. Das Ehepaar Scussel betreibt seit 1991 eine Eisdiele in Lünen und will immer noch mit der Zeit gehen.

Die ersten Sonnenstrahlen locken viele Lüner vor die Tür. Und obwohl man sich nicht gemütlich in die Eisdiele setzen kann, holen sich viele eine Kugel Vanille, Stracciatella oder Amaretto. Michele Scussel und seine Frau führen seit mehr als 30 Jahren das Eiscafé Dolomiti auf der Marktstraße in der Innenstadt. Durch das gute Wetter waren in den vergangenen Tagen viele Kunden an der Theke. „Man merkt das sofort, wenn es warm wird. Aber jetzt, wo das Wetter wieder kühler wird, sind es direkt weniger Menschen“, so Michele Scussel am Freitag.

Obwohl er noch Eis an der Theke verkaufen kann, setzt die Corona-Pandemie dem Eiscafé schwer zu. Michele Scussel: „Wir haben überlebt und Hilfen bekommen, wie viele andere auch.“ Noch hat er ein deutlich kleineres Angebot als gewöhnlich. Statt der üblichen 45 Sorten hat er aktuell nur 16. Um weiter Anklang bei den Kunden zu finden, muss das Eiscafé Dolomiti den Spagat zwischen Klassikern und neuen Kreationen schaffen.

Marzipan-Nutella und laktosefreie Schokolade

Michele Scussel: „Wir haben dann zum Beispiel sowas wie Marzipan-Nutella, dunkle Schokolade oder Delfino-Eis im Angebot.“ Das blaue Delfino-Eis sei besonders bei Kindern sehr beliebt. Immer wieder lässt sich Michele Scussel neue Sorten einfallen: „Man geht einfach durch den Supermarkt und sieht etwas, das man ausprobieren möchte.“ Durch einen Besuch im Supermarkt sei er zum Beispiel auf die Idee gekommen, aus Snickers-Riegeln Eis zu machen. Auch von anderen Eisdiele gibt es immer wieder Kreationen, die dann von den Kunden überall erwartet werden. So habe sich die Sorte „Granatapfel-Joghurt“ schnell etabliert. Mit laktosefreiem Zartbittereis versucht das Eiscafé Dolomiti, sich auf alle Kunden einzustellen.

In den letzten drei Jahrzehnten habe sich natürlich der Geschmack der Kunden verändert. Zwar seien Klassiker wie Schokolade, Vanille und Stracciatella weiterhin beliebt, aber es sind vor allem die exotischen Eissorten, die einen von der Masse abheben. Michele Scussel: „Wir haben letzten Sommer auch RedBull-Eis gehabt, das ist besonders gut angekommen. Da war kein Koffein drin, deswegen konnten das auch Kinder einfach so haben.“

Neben dem Eiscafé Dolomiti haben in der Lüner Innenstadt auch die Eisdielen San Remo (Münsterstraße 18) und Casa del Gelato (Lange Str. 28) geöffnet. An allen drei Eisdielen ist der Verzehr des Eises nur 50 Meter entfernt gestattet. Der Preis für eine Kugel Eis ist bei den drei geöffneten Eisdielen gleich. 1,20 Euro müssen die Kunden momentan für eine Kugel Eis zahlen. Das Angebot ist wegen der Corona-Pandemie und der frühen Jahreszeit noch reduziert.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga
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