In Corona-Zeiten sind auch im Bürgerbüro (Archivbild) Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Nur noch mit Termin können Bürger hier ihre Angelegenheiten regeln. Das Warten auf einen Termin sorgt mitunter für Frust. © Carolin Rau (A)
Stadtverwaltung

Langes Warten auf Termin im Bürgerbüro: Wollen die Lüner nur nörgeln?

Lange Wartezeiten auf Termine im Bürgerbüro haben für Unmut gesorgt. Die SPD will prüfen lassen, wie sich das verbessern lässt. Im Rathaus ist man der Meinung, bestens aufgestellt zu sein.

Es gebe immer Leute, die einfach nörgeln wollen. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns spielt im Ausschuss für Bürgerservice, Soziales und Ehrenamt am Mittwoch (24.2.) auf Kritik am Bürgerbüro an. Die war hauptsächlich im Sozialen Netzwerk Facebook hochgekocht. Auch die Ruhr Nachrichten hatten jüngst über einen Lüner berichtet, der sechs Monate auf einen Termin im Bürgerbüro gewartet hat.

Die SPD hat einen Prüfauftrag eingereicht. Sie spricht von eingeschränkten Serviceleistungen in Corona-Zeiten. Dies sei nicht nur im Sinne der Bürgerfreundlichkeit ein unhaltbarer Zustand. Daher möchten die Sozialdemokraten prüfen lassen, welche Maßnahmen sich zeitnah zur Verbesserung der Situation im Bürgerbüro unter Corona-Bedingungen kurzfristig

umsetzen lassen.

Bearbeitung ähnlich hoch wie sonst

Ob man mehr machen könnte, „da gehen uns die Ideen aus unter den aktuellen Bedingungen“, erklärte Matthias Bork, Fachbereichsleiter Bürgerdienste. Dass in Corona-Zeiten nicht volle Kapazitäten gefahren werden könnten, sei der Verwaltung bewusst. Durch die Abstands- und Hygieneregeln versuche man, die Kontakte so gering wie möglich zu halten. In dem Großraumbüro konnten nur vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sitzen, weitere vier seien in Einzelbüros untergebracht. Nach jedem Bürgerkontakt müsse dort gelüftet werden.

Während das Bürgerbüro zu normalen Zeiten 180 bis 200 Termine täglich habe, seien es aktuell 120. Auf dem Postweg kämen 50 Anträge dazu, 40 bis 50 Anrufer würden am Telefon beraten. Somit sei die Bearbeitung von Bürgerangelegenheiten ähnlich hoch wie zu Nicht-Corona-Zeiten. Allerdings sei es zurzeit nicht möglich, dass Bürger spontan vorbeikämen. Die Terminvergabe sorge aber dafür, dass kein Bürger länger als fünf Minuten warten müsse.

Termine schnell weg

Britta Fehr-Günther (SPD) warf ein, dass die Termine schnell weg seien. Wer sich morgens um fünf Minuten nach 8 Uhr melde, bekommen schon keinen Termin mehr. Bork erläuterte, dass seit September ein Telefondienstleister eingeschaltet sei. Der könne zwar nicht alles abarbeiten, sei aber Ansprechpartner. Zu Stoßzeiten käme aber auch der Dienstleister an seine Grenzen. Dessen Kapazitäten könne man nicht einfach so erhöhen.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns hob in der Sitzung diese Hotline nochmal hervor. Sie werde auch im Bürgermeisterbüro eingesetzt. Dadurch seien die Beschwerden deutlich zurückgegangen. Man bekomme schon mit, welche Arbeit im Bürgerbüro geleistet werde, betonte Barabara Utrata (SPD). Doch sie hoffe, dass man sich der Sache nochmal annehme und zu guten Ergebnisse kommen werde. Gegen den Prüfauftrag gab es keine Einwände des Ausschusses.

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Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn
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