Kultur

Jazz am Nachmittag: Band „Ad Hoc“ sammelt Spenden mit Benefizkonzert

Gefühlt aus dem Nichts hat sich die Band „Ad Hoc“ aus Musikpädagogen der Lüner Musikschule zusammengesetzt. Grund war ein Jazz-Benefizkonzert. Und die vierköpfige Band überzeugte alle Male.
Routiniert präsentierten Sergej Klimenkov, Catrin Groth, Jens Pollheide, Ullrich Gronemeyer und Christoph Steiner (v.li) Jazz-Standards beim Benefizkonzert für die Ukraine.
Routiniert präsentierten Sergej Klimenkov, Catrin Groth, Jens Pollheide, Ullrich Gronemeyer und Christoph Steiner (v.li) Jazz-Standards beim Benefizkonzert für die Ukraine. © Textoris

Wir kennen Jazz-Matinees am Vormittag, Blues zur „Blauen Stunde“ am frühen Abend und auch die jährliche Veranstaltung „Swing in den Heiligen Abend“. Jazz am Sonntagnachmittag ist aber eher ungewöhnlich. Doch der Anlass war auch kein gewöhnlicher: Die Musikschule hatte am vergangenen Sonntag (22. Mai) zu einem Solidaritäts- und Benefizkonzert für die Ukraine ins LÜKAZ eingeladen. Geboten wurden dabei Jazz-Standards vom Feinsten.

Die kommissarische Musikschulleiterin Sabine Patschinsky hatte den Gedanken zu einem solchen Konzert geäußert, der sehr schnell eine Eigendynamik entwickelte. Ad hoc hatte sich eine Band aus der Reihe der Musikpädagogen gebildet, die sich passend dazu auch „Ad Hoc“ nennt. Routiniert und doch mit viel Emotionalität präsentierten Catrin Groth mit Saxophon und Gesang, Sergej Klimenkov am Keyboard, Christoph Steiner an der Gitarre, Jens Pollheide am Bass und Ullrich Gronemeyer am Schlagzeug die musikalischen Stücke aus der Welt des Jazz.

Bunter Mix an Jazz-Liedern beim Benefizkonzert

Sie begannen mit „Mercy, Mercy, Mercy“ von Joe Zawinul als dreifachen Dank an das Publikum für das Erscheinen, für die Aufgeschlossenheit und vorauseilend für die Spendenbereitschaft nach dem Konzert.

Einfühlsam und gefühlvoll trug Catrin Groth ihre Lieder vor.
Einfühlsam und gefühlvoll trug Catrin Groth ihre Lieder vor. © Textoris

Mit „My baby just cares for me“ sang Catrin Groth von einem Mann, hier als Baby bezeichnet, der sich für gar nichts in der Welt begeistert, sondern nur für seine Angebetete. Mit der Titelmelodie aus „Orfeu negro“ entführte das Quintett die Gäste in die Welt des Karnevals von Rio. „Orfeo, der Morgen bricht an“ sang einst Dalida in der deutschen Version, doch die Musiker brauchten keine Worte. Mit ihren Instrumenten ließen sie das Publikum diese hochdramatische Liebesgeschichte nachempfinden.

Der ukrainische Staatsbürger Sergej Klimenkov saß beim Jazz-Konzert am Keyboard.
Der ukrainische Staatsbürger Sergej Klimenkov saß beim Jazz-Konzert am Keyboard. © Textoris

Standardtitel wie Sinatras „Night and Day“ und „Fly me to the Moon“ der Komponisten Cole Porter und Bart Howard oder auch Gershwins „Summertime“ standen ebenfalls auf dem Programm. „Dindi“ wurde zweigeteilt in unterschiedlicher Rhythmik präsentiert, der Blues „Centerpiece“ fungierte gleichzeitig als Zugabe und Rausschmeißer.

Die Freude der Solisten an der Musik war bei jedem einzelnen Titel erkennbar und übertrug sich auf das Publikum. Ein Indiz dafür war auch die Länge der Stücke. Elf Titel in einem 90-minütigen Konzert bedeutet eine Durchschnittsspielzeit von über 8 Minuten, die in früheren Zeiten gerade mal auf eine Maxi-Single gepasst hätten.

Christoph Steiner glänzte mit seinen Gitarrensolos.
Christoph Steiner glänzte mit seinen Gitarrensolos. © Textoris

„Es hat uns riesigen Spaß gemacht und wir machen gerne mal wieder etwas Ähnliches“, erzählt Catrin Groth nach dem Konzert. Ähnliches drückte auch eine der Besucherinnen aus. „Ich hatte mich spontan verabredet, um die Ukraine zu unterstützen und mal wieder Jazz live zu erleben. Es war ein kurzweiliger Nachmittag, der gerne mal wiederholt werden darf.“ Trotz der nicht zu großen Zuschauerzahl kamen einiges an Spenden zusammen, die an das ukrainische Generalkonsulat nach Düsseldorf gehen.

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