Steag Lünen

Hagedorn kündigt Sprengungen auf dem Steag-Gelände an in Lünen

Wenn das Wetter nicht einen Strich durch die Rechnung macht, wird es an diesem Samstag (31.7.) wieder Sprengungen geben auf dem Lüner Steag-Gelände - dieses Mal etwas ganz Besonderes.
Das Bild entstand Mitte Mai und ist eine Momentaufnahme von den laufenden Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Steag-Gelände in Lünen. © Goldstein (A)

Ende 2018 hatte die Steag ihr Gründungskraftwerk in Lünen stillgelegt – nach rund 80 Betriebsjahren. Seit Juni 2020 läuft der Rückbau auf dem Riesen-Areal in Lippholthausen. Das Unternehmen Hagedorn hat sich zum Ziel gesetzt, die Fläche bis Ende des Jahres freizuräumen. An diesem Samstag (31.7.) wird sie einen weiteren großen Schritt in diese Richtung machen – der letzte mit Dynamit.

Judith Roderfeld, Sprecherin des auf Abbruch und Altlastensanierung spezialisierten Unternehmens Hagedorn, hat angekündigt, dass es an diesem Nachmittag weitere Sprengungen geben wird: Vermutlich gegen 15 Uhr ist mit den Explosionen zu rechnen, die weithin hörbar sein werden. Das Besondere: Es werden die letzten Sprengungen auf dem Steag-Gelände sein. Wir haben die wichtigsten Informationen dazu zusammengefasst in Fragen und Antworten.

Was wird gesprengt?

Der 150 MW-Kessel des Kraftwerks inklusive Fahrstuhl, der verbliebene 130-Meter-Schornstein und der sogenannte Bunkerschwerbau. Dorthin hatte einst das Förderband die Steinkohle transportiert.

Wie viel wiegen die Gebäude, die gesprengt werden?

Hagedorn spricht von 6000 Tonnen in der Summe.

Wie viel Kilogramm Sprengstoff wird benötigt?

135 Kilogramm. Zum Vergleich: Bei der Sprengung am 28. März, als unter anderem Kühlturm und 250-Meter-Schornstein gesprengt wurden, waren es 420 Kilogramm Sprengstoff.

Wie viele Bohrungen waren nötig, um den Sprengstoff zu platzieren?

292. Auch hier der Vergleich zur Sprengung im März, die als größte Sprengung Deutschlands galt: Damals waren es 2100 Bohrungen.

Gibt es wieder Straßensperrungen?

Am Samstagmorgen gegen 8 Uhr gab es die noch nicht. Das wird sich aber ändern. Polizei und Ordnungsamt werden nach Angaben von Hagedorn die Moltkestraße und die Brunnenstraße aus Sicherheitsgründen „temporär sperren“ .


Wie laut wird es werden?

Lauter als zuletzt. Das steht schon fest. Während am 18. Juni, als der 90-Meter-Schornstein gesprengt würde, der Rumms zwar deutlich wahrnehmbar, aber wenig krachend war, ist an diesem Samstag mit lauterem Krach zu rechnen. Die Kesselstützen werden per Stahlsprengung niedergelegt. Das sei lauter, sagt die Pressesprecherin.

In welche Richtung fällt dieses Mal der Schornstein?

„Der Schornstein wird mit dem Schwerbau gefaltet“, sagt Judith Roderfeld. Gemeint ist: Beide Gebäude krachen ineinander und reißen sich damit wechselseitig runter. Dabei fällt der Schornstein in Richtung Norden und der Schwerbau in Richtung Süden.

Gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen?

Wie schon bei den vorangegangenen Sprengungen wird es Hagedorn wieder künstlich regnen lassen, um den Staub zu binden.

Wer ist der verantwortlicher Sprengmeister?

André Schewcow. Er ist den Lünerinnen und Lünern bereits bekannt vom 28. März. Bei der „größten Sprengung des Jahres in Deutschland“ waren viele Kameras auf den Mann gerichtet. Damals war er sehr zufrieden. Alles war planmäßig gelaufen – auch wenn die Sprengung schneller erfolgte als ursprünglich angekündigt.

Was passiert nach der Sprengung?

Nach der Sprengung bleiben ein Haufen Schutt und Schrott zurück. Roderfeld: „Bauschutt und Schrott werden recycelt und der Bauschutt noch direkt vor Ort wiederverwendet.“ Ende des Jahres soll das beendet sein.

Bei welchem Wetter müsste die Sprengung verschoben werden?

Gewitter.

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