Unbekannte haben die Geldautomaten der Sparkasse in Lünen-Süd am frühen Freitagmorgen (10.9.) gesprengt. Am Gebäude entstand ein hoher Schaden. © Goldstein
Explosionen

Gesprengte Geldautomaten: Anwohner in Lünen-Süd schrecken aus Schlaf hoch

Unbekannte haben am frühen Freitagmorgen (10.9.) die Geldautomaten der Sparkasse an der Jägerstraße aufgesprengt. Eine Anwohnerin schildert ihre Erlebnisse.

Um kurz nach zehn Uhr am Freitagvormittag (10.9.) bietet sich an der Jägerstraße in Lünen-Süd ein Bild der Zerstörung. Rot-weißes Flatterband der Polizei sperrt den nahen Umkreis der Sparkasse ab. Dahinter liegen Unmengen an Glasscherben auf dem Boden verteilt. In der Sparkassenfiliale ist das Innere des Vorraums komplett zerstört. Bis zum frühen Freitagmorgen hatte sich darin noch das SB-Center mit Geldautomaten befunden. Auf die hatten es Unbekannte abgesehen.

Mit der Sprengung der Geldautomaten gegen 4 Uhr am Morgen wollten die Täter wohl an das Geld im Inneren gelangen. Angaben zur Beute macht ein Polizeisprecher vor Ort nicht. Zusätzlich zu den eingesetzten Beamten befinden sich Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes (LKA) vor Ort – „zum Zwecke der Spurensicherungsmaßnahmen“, sagt die Polizei gegenüber unserer Redaktion. Die Jägerstraße wird dafür kurzzeitig gesperrt. Ein Einsatzwagen der Feuerwehr sowie ein Rettungswagen befinden sich sicherheitshalber vor Ort.

Polizei hat weiteren Sprengsatz gefunden

Zudem hatte die Polizei im Foyer der Filiale einen weiteren Sprengsatz gefunden. Er müsse „kurzgeschlossen und zeitnah kontrolliert gesprengt werden“. Ort und Zeitpunkt teilt die Polizei aus Sicherheitsgründen nicht mit. Demnach müssen die Täter mindestens drei Sprengsätze platziert haben.

Denn es habe in der Nacht zwei Detonationen gegeben, berichtet Birgit Gebauer. Ihr gehört das „Kronenstübchen“, eine Kneipe in unmittelbarer Nähe der Sparkassenfiliale. „Ich bin von einem Knall wachgeworden und konnte das erstmal gar nicht einordnen“, erzählt sie. Kurz darauf habe sie eine zweite Detonation gehört.

Als sie aus dem Fenster geschaut habe, habe sie mehrere vermummte Männer auf der Straße gesehen, die mit einem Auto davongefahren seien. Ähnliches berichten Anwohnerinnen und Anwohner in den sozialen Netzwerken. Es soll ebenfalls ein Sportwagen mit hoher Geschwindigkeit auf der Jägerstraße in Richtung Dortmund-Derne und der Autobahn 2 geflüchtet sein. In der Erstmeldung gingen die Beamten von drei Verdächtigen aus.

Am Freitagmittag wird bekannt, dass ein Tatverdächtiger etwa zwei Stunden nach der Tat festgenommen wurde. In der niederländischen Stadt Venlo hätten Polizisten den Mann geschnappt. Ganz in der Nähe habe sich das Fahrzeug befunden, das während der Tat in Lünen genutzt worden sein soll. Die Behörden gehen derweil davon aus, dass die Sprengungen von Geldautomaten auf eine Bande aus den Niederlanden zurückzuführen sind. Aus 300 bis 400 Personen soll diese bestehen. In den letzten Wochen hatte es in mehreren Orten ähnliche Fälle gegeben.

Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich

Trotz der Festnahme bleiben die Schäden. Am Gebäude werden die mit einem mittleren sechsstelligen Betrag beziffert. Daher bleibt die Filiale an der Jägerstraße vorläufig geschlossen. Kundinnen und Kunden können auf die Zweigstelle an der Preußenstraße in Horstmar oder auf die Hauptgeschäftsstelle an der Graf-Adolf-Straße ausweichen.

Die Sprengung der Geldautomaten beeinflusst allerdings nicht nur die Arbeit der Sparkasse sowie deren Kundinnen und Kunden. So trug auch die Kneipe von Birgit Gebauer Schäden davon. Sie deutet auf die Eingangstür zum Lokal. Die darin befindliche Scheibe ist gesprungen. Die Wucht der Explosion muss Trümmer gegen die Tür geschleudert haben. Darauf deuten die Glasscherben hin, die an der Hauswand liegen. Auch sie tragen zu dem Bild der Zerstörung bei – mitten in Lünen-Süd.

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