Das erste Zentrum für Corona-Schnelltests in der Colloseum-Apotheken in Lünen hat seit Freitag geöffnet. Für Leiterin Eva Maria Gödde ist es ein wichtiges "Herzensprojekt". © Günther Goldstein
Schnelltest

Erstes Zentrum für Schnelltests in Lünen: Anlauf vor dem großen Start

Das Zentrum für Corona-Schnelltests in der Lüner Collosseum-Apotheke ist am Freitag gestartet. Die ersten Lüner haben das Angebot bereits genutzt. Ab Montag rechnet die Chefin mit viel Zulauf.

Als „Herzensprojekt“ bezeichnet Eva Maria Gödde das Testzentrum für Corona-Schnelltests in der Collosseum-Apotheke am Marienhospital. „Ich möchte einen Beitrag leisten. Den Leuten Hoffnung geben“, sagt die Apotheken-Leiterin am Freitag (5.3.) im Gespräch mit der Redaktion. Die ersten Patienten haben sich da schon testen lassen. Noch als Selbstzahler für rund 26 Euro. Denn wöchentliche kostenlose Schnelltests für Jedermann gibt es erst ab Montag.

Die Freigabe, um auch Menschen mit Verlangensanspruch – etwa Lehrern oder Kitapersonal – Tests anbieten zu können, will Gödde noch beantragen. Bislang werden diese Tests primär bei Ärzten durchgeführt und über die Krankenversicherung abgerechnet.

Das Testzentrum ist direkt in den Räumen der Apotheke an der Altstadtstraße 32 eingerichtet. „Wir haben zwei Räume dafür zur Verfügung“, so Gödde weiter. Auch wenn man nicht 5000 Tests am Tag durchführen könne: „Es ist schön, dass wir die ersten sind. Aber wir können nicht das einzige Zentrum in Lünen bleiben.“

Risiko von Nichtmeldung bei positivem Selbsttest

Das Angebot sei wichtig, denn Schnelltests böten eine Möglichkeit, mehr Normalität zurück ins Leben mit der Pandemie zu bringen. Auch Selbsttests hätten dabei ihre Daseinsberechtigung, wie Gödde bereits vor einer Woche sagte. Tests seien allerdings sinnvoller, „wenn sie vom Fachmann oder der Fachfrau durchgeführt werden“.

Auch weil die Gefahr besteht, dass nicht jeder einen positiven Selbsttest dem Gesundheitsamt meldet. Bedenken, mit denen Gödde nicht alleine da steht. Unter anderem Kreissprecher Max Rolke hatte auch schon auf dieses Risiko hingewiesen.

Die Schnelltests hält Gödde für einen wichtigen Baustein, um den Menschen wieder mehr Normalität in der Pandemie zu ermöglichen.
Die Schnelltests hält Gödde für einen wichtigen Baustein, um den Menschen wieder mehr Normalität in der Pandemie zu ermöglichen. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

„Viele Kunden warten natürlich schon auf nächste Woche und wir haben auch schon einige Anmeldungen“, sagt Gödde zum ersten Tag. Termine können unter Tel. (02306) 756 56 43 vereinbart werden.

„Man fühlt sich ein bisschen alleingelassen“

Dass das Testzentrum schon jetzt startklar ist, hat einen einfachen Grund: Das Konzept dafür lag schon vor der Konferenz von Bund und Ländern am Mittwoch auf dem Tisch. Manches sei noch ein wenig provisorisch, aber bis Montag soll der Testraum noch mit Plakaten geschmückt sein, auch ein Pavillon wird vor der Tür stehen.

„Man fühlt sich schon ein bisschen alleingelassen“, sagt Gödde. Denn Verordnungen für Abrechnungen fehlen auch am Freitag noch. „Wir sind da erstmal in Vorlage getreten.“ Viel verdienen werde sie mit dem Angebot ohnehin nicht. Neun Euro plus Sachkostenerstattung seien im Gespräch. „Das wird allenfalls kostendeckend sein.“

Allein ums Geld gehe es der Apothekerin aber auch nicht. „Ich möchte einen Beitrag leisten und den Leuten Hoffnung geben.“

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus
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