An vielen Stellen unserer Region werden neue Wohnungen gebaut - doch die Zahl der Menschen, die sich das nicht leisten können, steigt immer weiter. © picture alliance/dpa

Erleichtert den Umzug in die eigenen vier Wände!

Der Traum von den eigenen vier Wänden platzt für immer mehr Menschen. Es scheitert schlicht am Geld. Nach Meinung unseres Autors ist es deshalb wichtig, Wohnungsbau komplett neu zu denken.

Ich kann mich noch genau an meine Jugend erinnern: An der Tür zu meinem Zimmer hing wie bei anderen Freunden und Bekannten auch ein Zettel mit der Aufschrift: „My home is my castle“. Wir wollten damit dokumentieren, dass unsere Zimmer unsere ganz persönlichen Bereiche sind. Hier lief nur unsere Musik – und nicht die der Eltern oder der Schwester. Hier hingen unsere Bilder an der Wand und herrschte unsere Ordnung. Schon früh haben wir den Entschluss gefasst, irgendwann mal eigene vier Wände haben zu wollen.

Geschafft haben das tatsächlich viele aus unserer Clique. Vor allem auch deshalb, weil jeder jedem bei der Realisierung geholfen hat. Ja, das hat über viele Wochen und Monate einen erheblichen Verzicht auf Freizeit bedeutet. Doch es hat sich gelohnt. Warum ich das alles aufschreiben? Es geht mir um Alternativen zum heute gängigen Wohnungsbau. Der läuft fast immer nach dem gleichen Muster ab. Menschen unterschreiben einen Vertrag für ein Haus oder eine Wohnung, verfolgen den Baufortschritt und ziehen irgendwann ein. Wenn alles gut war, gab es keine Baumängel und keinen Ärger.

Was zunächst als perfekte Lösung aussieht hat fatale Folgen. Bei Quadratmeter-Preisen von knapp 2000 Euro bei gebrauchten und teilweise mehr als 3000 Euro bei neuen Objekten müssen viele Menschen passen. Aber kann es sich eine Gesellschaft leisten, eine Reihe von Einkommen vom Wohnungseigentum auszuschließen? Eindeutig nein.

Warum gibt es keine anderen Optionen? Beispielsweise mit Erbpachtgrundstücken von der öffentlichen Hand? Verbunden mit der Option, als Genossenschaft oder in anderer Organisationsform gemeinschaftlich Wohnraum zu schaffen. Viele Baumaterialien wie Fußböden sind so weit verändert, dass auch Laien sie leicht einbauen können. Wohnungseigentum für viel mehr Menschen ist also möglich – es muss nur gewollt sein.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
Zur Autorenseite
Thomas Aschwer

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.